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UBS klettern dank Basel III

Schweiz: Gewinnmitnahmen belasten zeitweise – Viel Bewegung in Bobst und Schaffner

Die Schweizer Börse verzeichnete einen uneinheitlichen Wochenstart: Nachdem der Swiss Market Index (SMI) am Montag noch auf dem höchsten Stand seit Anfang 2008 geschlossen hatte, kam es am Dienstag zu Gewinnmitnahmen. Zur Vorwoche resultierte im SMI ein Plus von 0,2% auf 8384,7.

Bankaktien wie CS Group (+0,9% seit Freitag) und UBS (+3%) profitierten von den gelockerten Eigenkapitalvorschriften im Rahmen der Basel-III-Vereinbarung (vgl. Seite 8). UBS wurden in der Folge von Merrill Lynch zum Kauf empfohlen. Kräftig verloren haben Nationale Suisse (–3%). Das spekulative Interesse, das im Nachgang des Beteiligungsausbaus der Grossaktionäre Mobiliar und Helvetia (–0,4%) entstanden ist, hat nachgelassen. Gut gestartet ist Actelion (Aktien +4,7%) mit seinem Medikament Opsumit in den USA. Der Tracleer-Nachfolger ist seit Anfang November auf dem Markt und gewinnt nach Einschätzung des Biotech-Konzerns Anteile auf Kosten des Konkurrenzpräparats Letairis (Gilead Sciences). Das Actelion-Management beteiligt sich diese Woche wie die Spitzenvertreter zahlreicher Gesundheitsunternehmen am wichtigsten jährlichen Branchentreffen, der J.-P.-Morgan-Healthcare-Konferenz in San Francisco. Der Pharmazulieferer Lonza (+3,9%) kann die kommerzielle Produktion von Ibrutinib von Pharmacyclics übernehmen. Dem Krebsmedikament wird ein Spitzenumsatz von 4 Mrd. $ nachgesagt (vgl. Seite 7). Zudem stützte die Kaufempfehlung durch Citigroup die Lonza-Titel.

Galenica optimistisch

Dagegen verzeichneten Galenica (–2,4%) nach den zuletzt kräftigen Kursavancen leichte Gewinnmitnahmen. Der Exekutive VR-Präsident Etienne Jornod rechnet aber auch für die nächsten Jahre mit weiteren Wertsteigerungen (vgl. Seite 5). Gewinnmitnahmen schienen auch auf den Pharma-Blue-Chips Novartis (–0,5%) und Roche (GS, –1%) sowie auf den Uhrenaktien Swatch Group (Inh., –2,2%) zu lasten. Richemont (unv.) hielten sich vor Bekanntgabe der Jahresumsatzzahlen am nächsten Montag etwas besser.

Die Bauzulieferer Sika (+0,2%), Geberit (unv.) und Bossard (–1%) haben zu Wochenbeginn bereits solide Zahlen vorgelegt, im Anschluss schienen die Anleger aber auch hier zum Teil Gewinne mitzunehmen (vgl. Seite 10). Bobst (+4,7%) fielen letzte Woche mit hohen Off-Exchange-Transaktionen auf. Übers Wochenende meldete dann JBF Finance, die Familienholding von Bobst, das Überschreiten der 50%-Beteiligungsquote. Zuvor hatte JBF 49,1% gehalten. 1% an Bobst entspricht 170 000 Aktien. Wer die Titel verkauft hat, ist unbekannt. Viel Kursbewegung verzeichnet haben auch Schaffner (+1,7%), allerdings ohne Unternehmensnachrichten: Die Aktien des Komponentenherstellers kletterten am Montag zunächst 10,4%, büssten am Dienstag aber wieder 7,9% ein. Auf der Suche nach Trouvaillen scheinen die Anleger auch auf Orell Füssli (+10,4%) zu setzen (vgl. Seite 6). Nach Börsenschluss am Dienstag gab der Fleischverarbeiter Bell (–1%) bekannt, 2013 den Umsatz 3,7% auf 2,6 Mrd. Fr. gesteigert zu haben. Der Wäschehersteller Calida (+2,6%) meldete im Rahmen der Übernahme von Lafuma einen Anteil von fast 60% am Sportkleidungsproduzenten.

Kommentare stützen

Auch Rieter (+6,5%) avancierten kräftig, nachdem die CS die Aktien des Industriekonzerns zum Kauf empfohlen und auf die Swiss-High-Conviction-Liste gesetzt hatte. Auf dieser Liste figurieren neu auch die Valoren des Solarzulieferers Meyer Burger (+7,1%): Weil es in der Solarindustrie deutliche Zeichen für eine Erholung gebe, von denen Meyer Burger profitieren dürfte, hoben sie die Titel auf «Outperform» und das Kursziel von 7.50 auf 17 Fr. an. Logitech (+4,8%) kletterten, nachdem Goldman Sachs die Aktien des Computerzubehörherstellers zum Kauf empfohlen hatte.

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