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UBS sieht 2021 als ein Jahr der Erneuerung

Die Anlagestrategen der Grossbank UBS blicken positiv in die Zukunft. Sie erwarten bereits für 2021 eine wesentliche Verbesserung.

(AWP) Die UBS-Anlagestrategen gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung und die Unternehmensgewinne bereits im kommenden Jahr wieder auf das Vor-Pandemie-Niveau klettern werden. Fiskalische Impulse, weiterhin niedrige Zinsen und die Einführung eines Impfstoffs bilden die Basis für dieses Szenario, wie die Grossbank am Dienstag mitteilt.

Sie dürften zu überdurchschnittlichen Renditen bei kleinen und mittelgrossen Unternehmen, ausgewählten Finanz- und Energieaktien sowie Industrie- und zyklischen Konsumgüterunternehmen führen.

Eine besonders starke Erholung erwarten die UBS-Experten in den Schwellenländern generell und noch deutlicher in der Region Asien (ohne Japan), wie aus dem «Year Ahead»-Bericht des UBS (UBSG 13.16 +0.19%) Global Wealth Management Chief Investment Office hervorgeht.

Viele dauerhafte Veränderungen erwartet

«Im kommenden Jahrzehnt werden Anleger mit einer Welt konfrontiert werden, die stärker verschuldet, ungleicher, lokaler, aber auch digitaler und in mancher Beziehung nachhaltiger ist», fasst Mark Andersen, CIO Global Asset Allocation, während der Telefonkonferenz die Kernaussagen des Reports zusammen.

So dürften viele der entwickelten Wirtschaftsnationen im kommenden Jahr stärker verschuldet sein als zuvor. Gleichzeitig dürften die sozialen Unterschiede immer weiter zunehmen. Auch der anhaltende technologische Fortschritt dürfte diesen Trend verstärken, so Andersen weiter.

Entsprechend dürften Anleger in diesem Umfeld vor allem in solchen Trends Chancen finden, die durch die Covid-19-Pandemie beschleunigt wurden. Dabei rechnen die UBS-Experten damit, dass dies vor allem in jenen Sektoren der Fall sein wird, in denen eine technologische Disruption stattfindet.

Hierzu zählt der Anlage-Experte Andersen neben der 5G-Technologie auch Fintechs, Healthtechs und Greentechs. «Mit Blick nach vorne glauben wir, dass man vor allem in den Ebenen unterhalb der grossen Technologie-Namen interessante Wachstumschancen finden wird.»

Auf Disruptoren setzen

«Während im letzten Jahrzehnt Anlagen im Technologiesektor selbst im Vordergrund standen, dürfte es in den nächsten zehn Jahren wichtig sein, in Disruptoren zu investieren, die den Status quo in anderen Branchen infrage stellen», wird Mark Haefele, Chief Investment Officer bei UBS Global Wealth Management, in der Mitteilung zitiert.

Dabei sei es egal, ob es um den Wandel zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft, die zunehmende Notwendigkeit eines effizienteren und ganzheitlicheren Gesundheitssystems oder die Bemühungen um die weitere Digitalisierung von Finanzdienstleistungen geht. Laut UBS dürften insbesondere Unternehmen, die an diesen Trends beteiligt sind, langfristig ein überdurchschnittliches Wachstum verzeichnen.

Zu den wichtigsten Empfehlungen für Investoren gehört einerseits eine breite Aufstellung des Portfolios. Konkret sollen «Anleger global denken, nach Aufholpotenzial Ausschau halten und neue langfristige Gewinner suchen.»

Schwellenländeranleihen im Fokus

Im Festverzinslichen Bereich empfehlen die Experten der UBS, dass Anleger etwa auf Staatsanleihen von Schwellenländern setzen, die auf US-Dollar lauten oder auch in asiatische Hochzinsanleihen. Auch ausgewählte Crossover-Anleihen an der Schwelle zwischen Investment-Grade- und Hochzins-Rating werden hier als ein mögliches Investment genannt.

Gleichzeitig sollten sich Anleger auf einen schwächeren US-Dollar einstellen und «in G10-Währungen oder ausgewählte Schwellenländerwährungen und Gold (Gold 1'788.49 -1.42%) diversifizieren.»

Mit Blick auf die Schweiz meint Chefökonom Daniel Kalt an der Konferenz, dass das Land erst einmal Jahre brauche, um die Auslastungslücke zu schliessen, die durch die Pandemie entstanden ist. Diese Zeit dürfte auch von anhaltend tiefen Zinsen geprägt sein.

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