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UBS überzeugt die Analysten

Der Kurswechsel der UBS und die Drittquartalszahlen stossen bei den Analysten auf Wohlwollen. Erste Banken haben ihre Einschätzung der Grossbank bereits nach oben angepasst.

Heute Dienstagvormittag gab die UBS bekannt, die Investment Bank umzukrempeln, 10’000 Stellen abzubauen und ein ansprechendes operatives Ergebnis erwirtschaftet zu haben. Am Mittag notieren die Aktien der UBS (UBSG 11.425 -0.65%) rund 5% höher auf 13.80 Fr., dem höchsten Stand seit mehr als einem Jahr.

ZKB erhöht das Rating für UBS auf «Übergewichten»

Angesichts der Komplexität des Geschäftsmodells einer Grossbank hat es bis anhin erst wenige Umstufungen oder Kurszielanpassungen von Analystenseite gegeben. Die meisten Researchhäuser äussern sich in ihrer Ersteinschätzung jedoch zufrieden mit dem Kommunizierten und räumen der neuen UBS gute Chancen ein.

Am schnellsten hat das Aktienreserach der Zürcher Kantonalbank reagiert. Andreas Venditti lobt die Massnahmen und rechnet damit, dass die Valoren in den nächsten Jahren «von der lange erhofften tiefgreifenden Transformation und Redimensionierung der Investment Bank» profitieren werden. Er erhöht das Rating auf «Übergewichten».

Sarasins Rainer Skierka spricht von einem beispiellosen Schritt in der Bankindustrie. Die UBS werde substanziell weniger kapitalintensiv operieren können, was den Investoren gefallen dürfte. Für Skierka spricht der Entscheid für die Qualität des Managements der UBS. Dennoch bleibt er bei der Einstufung «Neutral», denn dem langfristigen Potenzial stünden die Ausführungsrisiken in der Umsetzung der neuen Strategie gegenüber.

«Die UBS ist endlich realistisch geworden»

Die Beobachter der Helvea schreiben, die UBS habe «das weltweit am schlechtesten gehütete Geheimnis» gelüftet. Für Analyst Tim Dawson ist der Schritt der UBS längst überfällig: «Die UBS ist endlich realistisch geworden, was die eigenen Fähigkeiten anbelangt.» Seine ersten Berechnungen zeigen, dass die Bewertung der UBS nicht substanziell sinken dürfte, wenn sie die kommunizierten Ziele erreicht. Helvea bestätigt ihr Rating «Neutral», das Kursziel setzt sie dennoch unter den aktuellen Kurs – auf 12.50 Fr.

Thomas Della Casa von der Neuen Helvetischen Bank stuft die Neuigkeiten der UBS ebenfalls als positiv ein, da sie einerseits den Anteil und den zyklischen Einfluss des Investment Banking auf die Ertragslage der UBS massiv reduzieren, Kapital freisetzen und somit die Stabilität der Bank mittelfristig verbessern. «Dies wird zu einer höheren Bewertung der Aktien führen», folgert Della Casa. Er könnte sich vorstellen, dass bei einem normalisierten Gewinn von 1.40 bis 1.60 Fr. pro Aktie ein Multiple von 13 bezahlt wird. Das wären 18 bis 21 Fr.

Kritische Stimme von Kepler

Nach wie vor defensiv eingestellt ist Dirk Becker von Kepler. Er bleibt vorerst bei seiner Einstufung «Reduzieren» und einem Kursziel von nur 10 Fr. Zwar sei der Kurswechsel «das, was die Anleger schon lange wollten». Trotz der kurzfristigen Rally sei aber zu bedenken, dass die kommenden Massnahmen nicht über Nacht umgesetzt werden könnten und die Bank etliche Milliarden Franken kosten dürften.

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