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UBS und Credit Suisse bestehen Fed-Stresstest

Die US-Notenbank hat die grossen im Land aktiven Banken einem Rezessionsszenario unterzogen. Den Dividendenplänen dürfte nichts mehr im Wege stehen.

(Reuters/VA) Die grossen in den USA tätigen Banken sind den Ergebnissen des jährlichen Stresstests zufolge gut für eine Wirtschaftskrise gerüstet. In dem Szenario der US-Notenbank Fed, das eine Rezession simulierte, behielten die 34 geprüften Banken im Schnitt eine Kapitalquote von 9,7%, mehr als doppelt so viel wie erforderlich, wie das Fed am Donnerstag mitteilte.

Die US-Tochter der Deutschen Bank, die in den vergangenen Jahren mehrmals durch den Test gefallen war, hatte dabei die höchste Kapitalquote von 22,8%. Die US-Bank Huntington Bancshares schnitt mit 6,8% am schlechtesten ab.

Auch die Schweizer Grossbanken kamen gut durch den Test. Die US-Tochter von Credit Suisse (CSGN 5.42 +0.07%), die 2019 nur unter Auflagen durchgekommen war, hatte eine Kapitalquote von 20,1%. Die Tochter von UBS (UBSG 15.29 -0.65%) 15,5%.

Simulation einer schweren Rezession

Geprüft wurden alle grossen US-Häuser wie JPMorgan, Bank of America (BAC 31.56 +1.38%), Citigroup (C 46.87 +1.91%), Goldman Sachs (GS 299.23 +0.74%), Wells Fargo oder Morgan Stanley sowie sieben Töchter von europäischen Instituten wie Barclays (BARCl 1.53 -0.50%) oder Santander.

Das diesjährige Testszenario hatte die US-Notenbank noch vor dem Ausbruch des Ukraine-Krieges und dem kräftigen Anstieg der Inflation entworfen. Dabei wurde unter anderem untersucht, inwieweit Kreditinstitute mit einem Einbruch der Märkte für Gewerbeimmobilien und Unternehmensanleihen zurechtkämen.

Das Fed simulierte eine Rezession mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung von 3,5% und einer Arbeitslosenquote von 10%. Die Preise für Gewerbeimmobilien brachen in dem Szenario 40% ein.

Dividendenpläne werden Montag veröffentlicht

Als Konsequenz aus der Finanzkrise von 2008 testet die US-Notenbank jedes Jahr, wie die grossen, in den USA aktiven Geldhäuser mit einer Wirtschaftskrise zurechtkämen. Seit 2020 können die Institute nicht mehr einfach durch den Test fallen, nachdem das Fed seine Testsystematik geändert hat.

Stattdessen legen die Aufseher für jede Bank individuell die Höhe eines Eigenkapitalpuffers fest, die sie zusätzlich zu den Mindestanforderungen bilden muss. Die Höhe dieses Puffers hängt vom Ausmass der Verluste ab, die die Geldhäuser jeweils bei dem Testszenario verbuchen.

Erst nach dem Test wissen die Banken, wieviel überschüssiges Kapital sie als Dividende oder per Aktienrückkauf an ihre Aktionäre ausschütten können. Ihre Dividendenpläne dürfen sie erst nach Börsenschluss am nächsten Montag veröffentlichen.

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