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UBS will Osteuropa-Geschäft verdoppeln

Die Leiterin des Bereichs Osteuropa bei der Grossbank spricht in einem Interview über die Pläne in der Region.

(Reuters) Die Grossbank UBS (UBSG 11.22 2.65%) will bei reichen Osteuropäern in den kommenden Jahren Milliarden an neuen Geldern einsammeln. «Wir glauben, dass wir das Geschäft über die nächsten vier bis fünf Jahre verdoppeln können», sagte Bereichsleiterin Caroline Kuhnert in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. In der Region, zu der neben Ländern wie Russland und Polen auch Griechenland und Israel gehören, verwaltet die UBS gegenwärtig Vermögen in der Grössenordnung eines mittleren bis hohen zweistelligen Milliarden-Dollar-Betrages.

Mit insgesamt 2,3 Bio. $ ist die UBS der weltweit grösste Vermögensverwalter für reiche Privatkunden. Allerdings konnte die Kerndivision Wealth Management die Erwartungen zuletzt nicht immer erfüllen. Im Januar legten der vom Erzrivalen Credit Suisse (CSGN 9.86 0.45%) abgeworbene Iqbal Khan und sein Co-Divisionsleiter Tom Naratil ihren Marschplan vor, um das Geschäft anzukurbeln. Neben der Einführung von flacheren Hierarchien besetzten Khan und Naratil auch eine Reihe von Management-Positionen in Europa neu. Kuhnert übernahm dabei die Leitung des osteuropäischen Vermögensverwaltungsgeschäfts. Die Österreicherin berief vergangene Woche zwei weitere Frauen in Schlüsselpositionen.

Kuhnert hat sich viel vorgenommen. «Wir wollen in all unseren Geschäftseinheiten die profitabelste Firma (in der Region) sein», sagte sie. Treiber seien unter anderem die enge Zusammenarbeit mit dem Investmentbanking des Konzerns und der Ausbau des Kreditgeschäfts. Zudem habe die UBS in der Krise bewiesen, wie solide sie aufgestellt sei. Damit liessen sich Kunden nun einfacher dazu bewegen, einen grösseren Teil ihrer Vermögen von anderen Instituten zur UBS zu transferieren.

Bereits jetzt sei die UBS bezüglich der verwalteten Vermögen und ihrer Marktpräsenz der grösste ausländische Vermögensverwalter in der Region. So bediene das Institut osteuropäische Kunden vor Ort in Russland, Polen und Israel, aber auch aus London, Monaco, Singapur und der Schweiz. «Ich glaube, dass wir Marktanteile gewinnen können», sagte sie. Der positive Trend habe schon vor der Corona-Krise begonnen, sich in den vergangenen Monaten aber verstärkt. In dem Geschäft sind neben anderen auch Credit Suisse oder der US-Riese JP Morgan aktiv.

Im Auge habe die UBS vor allem Unternehmer mit Vermögen von fünf bis 100 Mio. $. Viele von ihnen seien in der Technologiebranche reich geworden. Insgesamt deckten über 300 UBS-Mitarbeiter die von Kuhnert verantwortete Region ab. «Wir schauen uns natürlich auch die Einstellung von Personal an», sagte sie. Weil die Kunden zunehmend über digitale Kanäle bedient würden, sei eine kräftige Aufstockung der Stellenzahl allerdings nicht notwendig.

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