Märkte / Makro

Der US-Arbeitsmarkt zeigt im November Stärke

Die amerikanische Wirtschaft schuf im vergangenen Monat ausserhalb der Agrarwirtschaft 266 000 neue Stellen – deutlich mehr als von Ökonomen erwartet.

Wie viele Stellen wurden im November geschaffen? Mit 266 000 deutlich mehr als erwartet (187 000). Und die Zahlen von September und Oktober? Um 41 000 nach oben revidiert. Die Arbeitslosenrate? Sie ist von 3,6 auf 3,5% gesunken. Das Lohnwachstum? Mit 3,1% fiel es leicht höher aus als von den Experten erwartet.

Das ist die Kurzversion des US-Arbeitsmarktberichts zum Monat November, den das Statistikamt BLS (BLSN 0.45 0%) am Freitag veröffentlicht hat. «Frappierend», brachte es Ian Shepherdson, Chefökonom vom Researchhaus Pantheon Macroeconomics, in seinem Kommentar zu den Jobdaten auf den Punkt.

Der US-Arbeitsmarkt brummt. Daran gibt es keine Zweifel. Mit einem Plus von 266 000 hat die US-Wirtschaft so viele Stellen geschaffen wie zuletzt im Januar. Von einer Verlangsamung ist derzeit nicht viel zu sehen. Obwohl die Wirtschaft seit 110 Monaten Stellen kreiert – so lang wie noch nie zuvor. Selbst ohne Sonderfaktoren gerechnet vermag das Stellenplus zu überzeugen. Denn es kehrten nach der Einigung zwischen General Motors (GM 30.71 -4.03%) und der Gewerkschaft die streikenden Arbeiter wieder an die Arbeitsplätze zurück und gaben dem Stellenplus einen einmaligen Schub. Mit der Revision der Vormonate (im September um plus 13 000 auf 193 000  und im Oktober  plus 28 000 auf 156 000) stieg der Dreimonatsschnitt der geschaffenen Stellen auf 205 000.

Das Gros des Wachstums kommt aus dem Dienstleistungssektor (vgl. Grafik 1). Von den 254 000 in der Privatwirtschaft geschaffenen Stellen fallen 206 000 auf den Tertiärsektor. Stark war das Plus besonders im Bildungs- und Gesundheitsbereich (74 000) sowie im Freizeit- und Gastgewerbe (45 000). Doch auch im verarbeitenden Gewerbe resultierte im November ein Stellenplus. Hauptgrund für das Wachstum von 48 000 war die Rückkehr der Arbeiter von General Motors. Der Bereich Auto- und Autoteile verzeichnete im November ein Plus von 41 300, nach einem Rückgang von 42 800 im Vormonat.

Erfreulich ist auch die Entwicklung der separat erhobenen Arbeitslosenquote. Sie ging von 3,6 auf 3,5% zurück (vgl. Grafik 2). Erneut ein Zyklustief erreichte auch die Unterbeschäftigtenquote. Sie sank analog zur Arbeitslosenrate von 7,0 auf 6,9%. Die Unterbeschäftigtenquote umfasst auch Personen, die nicht vollständig im Arbeitsmarkt integriert sind, und all diejenigen, die aus wirtschaftlichen Gründen Teilzeit arbeiten.

Ein Zeichen der Stärke ist zudem die Beschäftigungsquote für Personen im Alter von 25 bis 54 Jahren. Sie stieg von 82,6 auf 82,8% und zeigt, dass der amerikanische Arbeitsmarkt weiterhin Personen anzieht, die zuvor nicht am Arbeitsmarkt teilgenommen haben. Gemäss diesem Indikator gibt es weiterhin Raum zur Steigerung, betrug das Höchst der Beschäftigungsquote der Personen im Alter von 25 bis 54 Jahren im Januar 1999 doch 84,6%. Das erklärt auch, weswegen das Lohnwachstum gegenüber dem Vorjahr mit 3,1% nicht stärker angezogen hat. Die Beschäftigungsquote für die Gesamtbevölkerung sank von 63,3 auf 63,2%.

Die Aktienanleger zeigten sich ob des Berichts erfreut. Der marktbreite S&P 500 (SP500 2978.76 -4.42%) avancierte bis Freitagmittag 1%, während der Dow Jones (Dow Jones 25766.64 -4.42%) Industrial gar 1,2% zulegen konnte. Gleichzeitig stiegen die Renditen der US-Staatsanleihen durchs Band: Zweijährige Treasuries rentieren 1,61% (+2 Basispunkte) und zehnjährige 1,84% (+3 Basispunkte). Der Bericht dürfte auch die Zentralbank darin bestätigen, den Leitzins an ihrer Sitzung nächste Woche unverändert zu lassen.