Fahrrad-Friedhöfe verunzieren so manche chinesische Grossstadt. Der Mann hier, in Peking, häuft Treter-Skelette eines der (zu) vielen Bike-Share-Unternehmen auf. Das Geschäftsmodell: massenhaft uniforme Billigfahrräder beschaffen, dem strampelnden Volk gegen ein paar Yuan zur Verfügung stellen. Unterdessen ist daraus ein etwa 1,5 Mrd. $ grosses Geschäft entstanden, wenngleich ein unprofitables, wegen des Überangebots. Augenfälliger stellt sich der Wandel Chinas kaum dar: Unter Mao überstieg die Nachfrage nach Fahrrädern das Angebot bei weitem. Wer sich ein Velo der Nahezu-Einheitsmarke «Fliegende Taube» besorgen wollte, musste sein Begehr im Handel anmelden, geduldig warten und etwa ein Jahr lang sparen. Das Synonym für Sozialismus, an dessen Aufbau die werktätigen Massen Chinas schufteten, war eben stets der Mangel. Der von Deng Xiaoping eingeleitete Kapitalismus erzeugt dagegen Überfluss. Hier allerdings eher an Schrott; die Share Bikes sind mehr pfui als hui, während die «Fliegende Taube» als schwerfällig, doch unzerstörbar galt. Manche Kommunisten – von denen es selbst in der Kommunistischen Partei Chinas noch welche geben soll – werden sich nach der guten alten Zeit zurücksehnen.