Märkte / Makro

­ «Überleben allein kann Aktionären nicht reichen»

Romain Boscher, Global CIO Aktien von Fidelity International, setzt in der Krise auf Qualität. Attraktive Titel findet er sogar in der Airlinebranche.

Herr Boscher, wie viel Optimismus ist Ihnen angesichts der Coronakrise geblieben?
Eine Rezession steht vor der Tür, das lässt sich nicht verhindern. Die Frage ist, wie lange sie dauern und wie tief sie sein wird. Leider müssen wir davon ausgehen, dass sie tiefer sein wird als jede andere davor. Weil die Rezession aber ereignisbezogen ist, könnte sie dafür deutlich kürzer ausfallen als frühere.

Lässt sich überhaupt abschätzen, wie hart die Wirtschaft getroffen wird?
Die Tiefe lässt sich leicht antizipieren. Legt man ein Drittel der Wirtschaft auf Eis, verliert man auch ein Drittel des Bruttoinlandprodukts. Die Debatte dreht sich deshalb nicht darum, wie viel verloren geht, sondern für wie lange. Entscheidend ist die Dauer des Lockdown. Best-Case-Szenarien gehen von zwei Monaten aus. Das ist meines Erachtens zu optimistisch. Zumal wir gegen eine zweite Infektionswelle, wie sie sich in Teilen Asiens beobachten lässt, nicht immun sind.

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