Märkte / Makro

Uhrenexporte wieder über Vor-Corona-Niveau

Die Schweizer Uhrenbranche sowie der Aussenhandel konnten sich im vergangenen Jahr von der Coronakrise erholen.

(AWP) Die Schweizer Uhrenbranche hat sich im vergangenen Jahr gut vom Coronaschock erholt. Das zeigen die jüngst publizierten Umsatzzahlen der beiden Luxusgütergruppen Swatch und Richemont (CFR 94.80 +1.96%) sowie die am Donnerstag veröffentlichten Daten zu den Schweizer Exporten. Demnach haben die Ausfuhren von Schweizer Zeitmessern im letzten Jahr das Vorkrisenniveau 2019 gar leicht übertroffen.

Insgesamt sind die Uhrenexporte im 2021 im Vergleich mit dem von der Corona-Pandemie stark betroffenen 2020 um über 31% auf 22,3 Mrd. Fr. geklettert, wie das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit BAZG (früher EZV) und der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) mitteilten. Gegenüber dem Vorcoronajahr 2019 beträgt das Plus 2,7%.

Die Erholung startete im Frühjahr mit zum Teil horrenden monatlichen Wachstumsraten. Zum Jahresende hin bewegten sich diese jeweils noch im tiefen zweistelligen Prozentbereich, so auch im Dezember. Im Weihnachtsmonat rückten die Uhrenexporte zur entsprechenden Vorjahresperiode um 11% auf 1,91 Mrd. Fr. vor.

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Die Ergebnisse des letzten Jahres wurden laut dem Verband getragen von einem sehr hohen Wachstum in den USA, das zu den nach wie vor beachtlichen Fortschritten des chinesischen Marktes hinzukam, während viele andere Absatzgebiete weiterhin mit bisweilen grossen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt hätten.

In Bezug auf die Regionen verzeichnete Amerika (+21,7% gegenüber 2019) dank den USA den grössten Wachstumsschub und nahm laut dem Verband 17% der schweizerischen Uhrenexporte ab. In Asien (+1,0%) sei die Verbesserung Chinas durch die teilweise hohen Einbussen auf den meisten anderen Märkten des Kontinents geschmälert worden, der Marktanteil lag bei 52%. Europa entwickelte sich insgesamt rückläufig (-3,4%) und erzielte einen Marktanteil von 29%.

Was die einzelnen Länder betrifft, hätten die USA (+27,8%) das ganze Jahr über ein bemerkenswertes Wachstum erzielt und den ersten Platz unter den schweizerischen Uhrenexportmärkten zurückerobert. Gleich dahinter lag China (+48,8%) dank einer noch deutlicheren Verbesserung. Auf diese beiden Märkte allein entfielen 27% des Gesamtwerts und sie waren für den Hauptteil des Wachstums verantwortlich.

Einen signifikanten Rückgang (gegenüber 2019) verzeichneten dagegen Hongkong (-20,7%), Japan (-11,9%) und Südkorea (-18,7%). Singapur (+0,6%) seinerseits kehrte zum Stand von 2019 zurück, während die Vereinigen Arabischen Emirate (+6,4%) deutlich darüber lagen.

In Europa schlug sich laut den Zahlen das Vereinigte Königreich (-2,4%) trotz Einbusse am besten, Deutschland (-5,9%) lag deutlich im Minus, während die Situation in Frankreich (-11,2%), Italien (-11,5%) und Spanien (-12,9%) noch schwieriger war. Die Niederlande (+12,6%) legten «vermutlich aus logistischen Gründen» erheblich zu.

Unterschiedliche Erfolgszahlen

Hinter dem insgesamt erfreulichen Ergebnis von 2021 verbergen sich jedoch sehr unterschiedliche Erfolgszahlen der verschiedenen Akteure der Luxusbranche und der schweizerischen Uhrenindustrie, wie es weiter heisst. Ein Wachstum hätten vor allem einzelne Marken verzeichnet und weniger bestimmte Produktekategorien wie in der Vergangenheit. Gewisse Marken hätten entsprechend weniger Erfolg gehabt oder hätten gar deutliche Einbussen hinnehmen müssen.

Das Phänomen der Polarisierung sei auch bei den Märkten und Preissegmenten zu beobachten, wie es der Volumenschwund aufzeige. Die Erklärung liege teilweise in – grundsätzlich vorübergehenden – konjunkturellen Faktoren, aber auch in strukturellen Veränderungen, die Anlass zu grösseren Sorgen gäben und an die sich die Branche gewöhnen und anpassen müsse, so der Uhrenverband.


Schweizer Aussenhandel erholt sich 2021 vom Corona-Einbruch


Der Schweizer Aussenhandel hat 2021 die Corona-Delle überwunden. Die Exporte kletterten auf ein Rekordhoch.

Konkret stiegen die Ausfuhren um 15,2% auf 259,5 Mrd. Fr., wie das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherung (BAZG) am Donnerstag mitteilte. Die Einfuhren nahmen um 10,1% auf 200,8 Mrd. zu und blieben damit auch nur knapp unter dem Vor-Corona-Niveau. In der Folge vergrösserte sich der Überschuss in der Handelsbilanz auf einen neuen Höchststand von 58,7 Mrd. (VJ 43,0 Mrd).

Im Vorjahr waren die Exporte und Importe wegen der Pandemie in historischem Ausmass geschrumpft. Nun habe sich der Aussenhandel «äusserst robust» gezeigt, so das BAZG in der Mitteilung. Sämtliche Exportsparten hätten wieder zugelegt. Besonders gross waren die Zugewinne bei den Uhren (+31,2%) und bei den Bijouterie und Juwelierwaren (+36,7%). Aber auch die Pharma- und Chemiebranche, die rund die Hälfte zu den Gesamtexporten beisteuert, legte um 12,4% zu. Die Maschinen- und Elektroindustrie hinkte mit 9,6% auch nur leicht hinterher.

In alle drei bedeutenden Wirtschaftsräume konnte die Schweizer Exportindustrie mehr Güter absetzen. Zweistellig wuchsen die Ausfuhren nach Europa (+18,1%) und Nordamerika (+17,0%). Bei den einzelnen Ländern lösten die USA Deutschland als wichtigsten Abnehmer helvetischer Produkte seit 1954 ab, wie das BAZG schreibt. Die Ausfuhren nach Asien nahmen um 9,0% zu.

Rückgang im Dezember

Im Dezember allein wurden Waren im Wert von 21,28 Mrd. Fr. ins Ausland verfrachtet. Zum Vormonat, auf saisonbereinigter Basis, nahmen die Exporte nominal um 2,7% und preisbereinigt (real) um 3,2% ab. Die Importe sanken derweil um nominal 2,9% auf 17,23 Mrd. (real -0,8%). Dies ergibt für den letzten Monat des Jahres einen Überschuss von 4,04 Mrd. Fr.