Unternehmen / Konsum

Uhrenhändler sind Herstellern einen Tick voraus

Luxusgüterproduzenten finden am Markt viel Beachtung. Doch es sind die Aktien der Uhrenhändler, die richtig glänzen. Zwei davon stammen aus Singapur.

Wolfgang Gamma, Singapur

In den Shopping Malls in Singapur sind The Hour Glass (THG) und Cortina an den Crossroads präsent, dort, wo die Kundenströme am dichtesten sind. Beide Unternehmen befolgen ein vergleichbares Geschäftsmodell. Sie betreiben mehrheitlich Multibrand Stores, darunter auch Marken von Richemont und Swatch Group. Sie führen aber auch Markenboutiques, etwa für Rolex oder für Hublot, die zu LVMH gehört.

Eine weitere Gemeinsamkeit: Mitglieder der Gründerfamilien – die Familie Tay bei THG und die Familie Lim bei Cortina – sind gleichzeitig Hauptaktionär. Sie haben es verstanden, aus den kleinen Uhrenhändlern der Siebzigerjahre ein Filialnetz zu knüpfen, das sich über mehrere asiatische Länder erstreckt.

Zwei Paradepferde

Die grössere The Hour Glass dominiert in Singapur den Handel mit den Paradepferden Rolex und Patek Philippe, eine wichtige Ertragsstütze. THG betreibt rund fünfzig Boutiquen in Singapur, Japan, Hongkong, Australien und weiteren vier Ländern. In den ersten sechs Monaten 2021 setzte sie 472 Mio. Sing.-$ (320 Mio. Fr.) um, fast zwei Drittel mehr als im Vorjahr. Das Vorpandemieniveau dürfte auf Jahresbasis übertroffen werden. Der gute Geschäftsgang spiegelt sich in der Ertragsentwicklung, ist die operative Marge im ersten Halbjahr doch 2,7 Punkte auf 15,3% gestiegen. Der Gewinn wurde mehr als verdoppelt.

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