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Umsatz der Unternehmen im Schnitt um 20% eingebrochen

Gemäss einer Umfrage des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse führt die Coronakrise zu grossen Schäden.

(AWP) Die Coronavirus-Pandemie führt zu grossen wirtschaftlichen Schäden. Bei den Unternehmen sei der Umsatz jetzt schon um ein Fünftel eingebrochen, wie aus einer Umfrage des Wirtschaftsdachverbandes Economiesuisse hervorgeht.

«Es wird zudem erwartet, dass sich der Umsatzrückgang bis in zwei Monaten auf rund einen Drittel erhöht», schrieb Economiesuisse am Donnerstag in einem Communiqué. Ein grosser Anteil an Unternehmen habe heute bereits Absatzschwierigkeiten für ihre Produkte und Dienstleistungen in der Schweiz.

Zulieferbetriebe für Gastrounternehmen, Hotels, Veranstalter, Coiffeursalons usw. seien stark von den Verboten der Behörden betroffen. Die Textilindustrie könne einen grossen Teil der aktuellen Kollektion nicht mehr verkaufen. Das Gleiche treffe auf weitere Lieferanten des Detailhandels zu.

Und der Autohandel leide unter dem Produktionsstopp in Europa. Zahlreiche Autobauer wie BMW (BMW 59.5 1.64%) oder Porsche haben ihre Fabriken stillgelegt.

Immer mehr Absatzschwierigkeiten im Ausland

In den nächsten zwei Monaten steige der Anteil der Schweizer Unternehmen, die mit Absatzschwierigkeiten im Ausland kämpfen würden, von unter auf über ein Drittel, schrieb Economiesuisse.

Zudem machen den Firmen Lieferengpässe zu schaffen. Besonders betroffen sei die Exportindustrie: «Es wird erwartet, dass in zwei Monaten bis zu 85% aller Exportunternehmen in der einen oder anderen Form von Lieferengpässen betroffen sein werden», schrieb Economiesuisse.

Lieferengpässe gebe es beispielsweise bei den Produkten Aromen, Vitamine, Verpackungsmaterialien, Baumaterialien, Alkohol, Glyzerin, medizinische Güter, Seltene Erden, Magnete. Nach wie vor bestünden Lieferverzögerungen von Produkten aus Asien (China, Japan, Südkorea, Thailand, Indien).

Zunehmend träten aber auch Lieferengpässe bei europäischen Importen auf, vor allem aus Italien, aber auch aus Polen, Serbien, der Türkei, Österreich, Frankreich und Deutschland. Und schliesslich seien teilweise auch Schweizer Lieferanten in Verzug, schrieb Economiesuisse.

Stellen in Gefahr

Die Krise hat Folgen für das Personal. Fast zwei Drittel der Unternehmen würden Kurzarbeit zumindest teilweise nicht ausschliessen. 30% der Firmen würden gar Entlassungen in den nächsten zwei Monaten in Betracht ziehen.

Die Hilfsmassnahmen des Bundesrats kämen gerade noch rechtzeitig, schrieb Economiesuisse. Bereits heute hätten rund ein Drittel der Unternehmen Schwierigkeiten haben, die Liquidität im Betrieb sicherzustellen. Dieser Anteil werde auf sehr hohe rund 50% ansteigen.

Die Umfrage wurde vom 19. bis zum 23. März durchgeführt. Teilgenommen haben 84 Personen. Die Umfrage deckt laut Economiesuisse alle Landesteile der Schweiz ab.