Märkte / Makro

Umsatz im US-Detailhandel bricht ein

Die Kauflaune der Amerikaner hat sich weiter stark verschlechtert. Der Umsatz im Detailhandel im April fällt um mehr als 16%.

(Reuters) Die Umsätze der US-Einzelhändler sind im April wegen der Corona-Krise in Rekordtempo eingebrochen. Sie nahmen 16,4% weniger ein als im Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington am Freitag mitteilte. Einen grösseren Rückgang hat es seit Beginn der Statistik 1992 noch nicht gegeben. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Minus von 12% gerechnet, nachdem es bereits im März einen heftigen Einbruch von 8,3% gegeben hatte. Die Verbraucher gaben insbesondere für Möbel, Elektronik und Bekleidung weniger Geld aus.

Viele Geschäfte mussten im Kampf gegen die Ausbreitung des Virus geschlossen bleiben. Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung der Amerikaner ist die enorm gestiegene Arbeitslosigkeit: Wegen der Corona-Pandemie verloren im vergangenen Monat nach offiziellen Angaben 20,5 Mio. Amerikaner ihren Job.

«Wir wissen ziemlich genau, dass der April eine Katastrophe war», sagte Sung Won Sohn, Professor für Betriebswirtschaft an der Loyola Marymount University in Los Angeles. «Die Frage ist, welche Bereiche des Einzelhandels im Mai und Juni wieder zurückkommen werden und welche überhaupt nicht.» Alles deute darauf hin, dass die Erholung langsam vonstattengehen werden – wenn sie überhaupt noch in den verbleibenden Frühlingswochen einsetze.

Der private Konsum macht mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Er brach bereits im ersten Quartal mit einer Jahresrate von 7,6% ein, das ist der stärkste Rückgang seit 1980. Für das laufende Quartal halten Ökonomen einen Einbruch von bis zu 40% für möglich, was das stärkste Minus seit den 1930er Jahren wäre.

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