Märkte / Makro

US-Detailhandel wächst überraschend kräftig

US-Konsumenten haben mehr Geld in Restaurants und im Online-Handel ausgegeben. Derweil sind die Signale aus der Industrie pessimistisch.

(Reuters) Die US-Detailhändler sind unerwartet gut in die zweite Jahreshälfte gestartet und dämpfen damit die Sorge vor einer Konjunkturflaute etwas. Ihre Umsätze wuchsen im Juli um 0,7% zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem erneuten Plus von 0,3% gerechnet. Zwar fielen die Umsätze im Autogeschäft. Dafür gaben die Konsumenten mehr Geld in Restaurants, im Online-Handel, für Bekleidung und für Möbel aus.

Der kräftige Umsatzanstieg im Einzelhandel dämpft die Sorgen vor einem Konjunktureinbruch in den USA. Dort macht der Konsum gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung aus. Für das laufende dritte Quartal rechnen Experten derzeit mit einem Wirtschaftswachstum von weniger als 2%, nachdem es zu Jahresbeginn noch zu 3,1 und im Frühjahr zu 2,1% gereicht hatte.

Für Unsicherheit sorgte zuletzt die inverse Zinskurve: Die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihe fiel unter die der zehnjährigen – erstmals seit 2007 kurz vor Ausbruch der weltweiten Finanzkrise. Die inverse Zinskurve gilt am Markt als Rezessionssignal: In den Renditen spiegelt sich wider, dass die Investoren die kurzfristigen Risiken für die Wirtschaft höher einschätzen als die langfristigen.

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