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«Umschuldung ist im Interesse aller»

Martín Guzmán, Wirtschaftsminister von Argentinien, hofft auf ein Entgegenkommen der privaten Gläubiger. Sonst ist das Land einmal mehr pleite.

Um seinen Job beneidet ihn derzeit niemand. Der seit Dezember amtierende argentinische Wirtschaftsminister Martín Guzmán muss inmitten der Coronakrise den neunten Zahlungsausfall des Landes verhindern. Der erst 37-jährige Ökonom, der in den USA promoviert und mit dem Wirtschafts­nobelpreisträger Joseph Stiglitz mehrere Fachartikel publiziert hat, versucht seit Wochen, die internationalen Gläubiger für ein Restrukturierungsabkommen zu gewinnen. Am Telefon erklärt er, wie es ­überhaupt so weit gekommen ist und weshalb eine erfolgreiche Umschuldung für Argentinien so wichtig ist.

Herr Guzmán, die Pandemie und die ­globale Rezession treffen Argentinien ­besonders hart. Weshalb?
Argentinien war schon davor in einer tiefen Wirtschaftskrise. Das Bruttoinlandprodukt ist in drei der vier vergangenen Jahre geschrumpft. Covid-19 erschwert die Situation zusätzlich. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?