Märkte / Makro

Unbequeme Frage für die Notenbanken

Es gibt Argumente, warum niedrigere Zinsen die Ungleichheit verschärfen könnten. Doch eine weniger lockere Geldpolitik wäre wohl noch schädlicher.

Für die Notenbanken ist es ein schwieriges Thema: Wie wirkt ihre Geldpolitik auf die Ungleichheit der Einkommen und der Vermögen in einer Gesellschaft? Denn einerseits ist klar, dass die geldpolitischen Instrumente nicht verteilungsneutral sind. Andererseits geben die Mandate der Notenbanken nichts über die Verteilungswirkung vor – sie soll also nicht berücksichtigt werden.

So dürfen sich die Europäische Zentralbank und die Schweizerische Nationalbank bei ihrer Geldpolitik nur an der Preisstabilität orientieren. Das amerika­nische Fed hat zusätzlich das Ziel einer möglichst geringen Arbeitslosigkeit.

Fed-Chef Jerome Powell verteidigte im April die grossen geldpolitischen Interventionen gegen den Vorwurf, dass sie nur Wallstreet helfen würden: «Die Pandemie belastet gerade diejenigen, die die Last am wenigsten ­tragen können. Sie ist ein grosser Verstärker der Ungleichheit.» Das Fed versuche, mit dem Stimulus möglichst viele Jobs zu erhalten. Dafür werde etwa die Kredit­vergabe über Anleihenkäufe angestossen.

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