Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Historische Währungsunionen
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Unhaltbarer Takt der Bundesbank

Weder die europäische Währungsschlange noch das Europäische Währungssystem EWS bewährten sich. Beide Systeme litten unter der Dominanz der Deutschen Mark.

Der Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems zu Beginn der Siebzigerjahre zeigte deutlich, dass es unmöglich ist, einen Währungsverbund mit fixen Wechselkursen aufrechtzuerhalten, wenn die grossen Länder eine unterschiedliche Geld- und Finanzpolitik verfolgen. Die USA hatten sich seit den frühen 1960er-Jahren immer auf ihre internen Probleme konzentriert und wenig Rücksicht auf die internationale Währungsordnung gezeigt. Die wachsende Divergenz musste früher oder später zum Kollaps des Währungssystems führen.

Trotz dieser Erfahrung versuchten die Mitglieder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), ein neues Währungssystem mit fixen Wechselkursen zu etablieren. Von 1972 bis 1978 formten sie die sogenannte Währungsschlange, von 1979 bis zur Einführung des Euros als Buchgeld 1999 das Europäische Währungssystem (EWS). Sie glaubten, dass es möglich sein würde, im Rahmen eines gemeinsamen politischen Projekts das internationale Koordinationsproblem zu lösen. Für manche war das Fixieren der Wechselkurse auch eine wichtige Vorstufe zur Einheitswährung, die sie als Krönung der europäischen Integration betrachteten.

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