Unternehmen / Schweiz

Unpünktlichkeit ist ein Warnsignal

An der Schweizer Börse häufen sich die Anträge auf Fristverlängerung für die Veröffentlichung des Jahresabschlusses – wen das vor allem betrifft.

Nichts mit Schweizer Pünktlichkeit: An der hiesigen Börse mehren sich die Fristaufschübe zur Veröffentlichung des Jahresberichts. Das bestätigt auch Hrvoje Tkalcec, Mediensprecher des Regulierungsarms der Schweizer Börse: «SIX Exchange Regulation (SER) beobachtet mehr Fristverlängerungen als auch schon.»

Die Schweizer Börse schreibt die Veröffentlichung von Geschäftsberichten innerhalb von vier Monaten nach dem Abschlussstichtag des jeweiligen Geschäftsjahres vor. Da die meisten Unternehmen ein Geschäftsjahr im Sinne des Kalenderjahrs haben, müssen die geprüften Geschäftsberichte normalerweise bis Ende April veröffentlicht werden.

«Das ist ein angemessenes Zeitfenster, auch im Vergleich zu den europäischen Börsen, und länger als bei US-Börsen», sagt Martin Stevka, Rechnungslegungsexperte beim Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG. «Die Schweizer Börse ist sehr emittentenfreundlich und räumt den Unternehmen genügend Zeit ein, um sich mit den Zahlen auseinanderzusetzen und qualitativ hochwertige Berichte zu erstellen.» Aus diesem Grund werde auch keine Quartalsberichterstattung verlangt, wie das beispielsweise an den US-Börsen der Fall ist.

Aufschübe werden meistens gewährt

Kann ein Unternehmen der Publizitätspflicht innerhalb der genannten Frist nicht nachkommen, kann es eine Verlängerung bei der SER beantragen. «SER hat die Kompetenz, einen Aufschub von maximal drei Monaten zu gewähren», sagt Tkalcec. Für die Fristverlängerung ist eine angemessene Begründung vorzulegen. Was als valabler Grund in Frage kommt, darf Tkalcec nicht verraten. Immerhin: «Im Normalfall werden Fristverlängerungen gewährt.»

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