Dossier-Bild Ein Artikel aus dem Dossier Schweizerische Nationalbank
Unternehmen / Schweiz

Die fieberhafte Suche nach neuen Fixpunkten

Der Entscheid der Nationalbank hat viele überrumpelt. Exportorientierte Gesellschaften müssen ihre Investitionsstrategie überdenken – aber wie gross ist der Spielraum für Kostensenkungsmassnahmen noch?

Arno Schmocker und Andreas Meier

Die abrupte Aufwertung des Frankens hat Unternehmen und Finanzwelt auf dem falschen Fuss erwischt. Jahresbudgets, Zahlungsströme, Investitionen müssen überdacht, Gewinnschätzungen revidiert werden. Gewiss ist vorderhand nur: Kurzfristig sind die Folgen des SNB-Entscheids für viele Unternehmen ungünstig, und eine grössere Planungssicherheit wird sich erst nach Wochen und Monaten einstellen.

Mit Hochdruck arbeiten seit Donnerstagmittag die Analyseabteilungen der Banken. Sie versuchen einzuschätzen, welche Folgen die Frankenaufwertung für den Aktienmarkt und die Beteiligungspapiere der einzelnen Unternehmen hat.

CH-Aktien untergewichten

Ausländische Banken wie Société Générale, Barclays und Morgan Stanley empfehlen neu, Schweizer Aktien in Europa unterzugewichten. Beide angelsächsische Häuser weisen darauf hin, dass die Unternehmensgewinne bzw. der Aktienmarkt im internationalen Vergleich von der Einführung des Euro-Mindestkurses 2011 profitierten und sich überdurchschnittlich entwickelten. Morgan Stanley beziffert die Mehrperformance auf 25%. Nun ist die Hälfte davon in zwei Börsen­tagen vernichtet worden. Das gilt nur für einheimische Investoren. Internationale Anleger, die in Dollar oder Euro rechnen, haben per saldo leicht gewonnen. Einstweilen, denn Morgan Stanley rechnet damit, dass die Frankenstärke den Schweizer Aktienmarkt im internationalen Vergleich mittelfristig schlecht aussehen lässt.

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Leser-Kommentare

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Jean Ackermann 18.01.2015 - 15:45
Schweizer Aktien zu teuer? Wenn Schweizeraktien wegen der Währungsuntergrenze eine Prämie hatten, dann haben sie diese durch den happigen Kursrutsch wieder verloren. Sollte der Franken seine beträchtliche Überbewertung beibehalten, dann nur weil massiv Franken gekauft werden! Aber wohin damit? In die Immobilien? Diese haben nicht nur ihre beträchtliche Prämie nicht verloren, sondern sind für Leute die Franken kaufen nochmals etwa… Weiterlesen »