Unternehmen / Schweiz

UPC mit weiterem Umsatzrückgang im zweiten Quartal

Die Kabelnetzbetreiberin, die von Sunrise gekauft werden soll, sieht den intensiven Wettbewerb als Grund für das Minus.

(AWP) Bei UPC ist die Talfahrt auch im zweiten Semester weitergegangen. Die Kabelnetzbetreiberin, die von Sunrise (SRCG 76.55 -0.26%) gekauft werden soll, sieht aber Anzeichen für eine Besserung.

Der Umsatz sank zwischen April und Juni um 3,6% auf 315,6 Mio. Fr., wie UPC am Donnerstag bekannt gab. Grund für den erneuten Taucher sei der intensive Wettbewerb auf dem Schweizer Telekommarkt.

Immerhin sieht das Unternehmen positive Tendenzen. So habe der Geschäftskundenbereich im gesamten ersten Semester ein Umsatzplus von 2,6% verbucht.

Auch die Kundenzahlen gehen laut dem Unternehmen in die richtige Richtung. So sei die Zahl der Mobilfunkkunden gegenüber dem Vorquartal um 14’000 auf 173’000 gestiegen. Und der Rückgang bei den TV-Kunden habe sich mit -19’000 verlangsamt, nachdem in den beiden vorangegangenen Quartalen 23’000 und 32’000 Kunden verloren gegangen waren.

Zufrieden zeigte sich UPC auch mit dem Internetgeschäft, das sich mit einem Schwund von 9’000 Abonnenten so gut entwickelt habe wie letztmals im Schlussquartal 2017.

«Trendwende beschleunigt»

Insgesamt habe das Unternehmen die Trendwende im zweiten Quartal in zahlreichen Bereichen beschleunigt, lässt sich UPC-Chefin Severina Pascu zitieren. «Unsere Strategie funktioniert und ich bin überzeugt, dass wir auch in den kommenden Quartalen gute Resultate verzeichnen werden.»

Vor einigen Monaten hat UPC ein Turnaroundprogramm aufgelegt. So wurde eine neue TV-Plattform eingeführt und die Spitzengeschwindigkeit von 500 auf 600 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erhöht. Im Jahresverlauf sollen bis zu 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) erreicht werden. Zudem wechselte UPC auf Anfang Jahr auf das Mobilfunknetz von Swisscom (SCMN 490.3 -0.39%), nachdem die Kabelnetzbetreiberin bislang das Netz von Salt für das eigene Mobilfunkangebot benutzt hatte.

Milliardenkauf von Sunrise

Ende Februar hatte Sunrise angekündigt, UPC Schweiz für 6,3 Mrd. Fr. übernehmen zu wollen. Die Wettbewerbshüter müssen den Deal noch bewilligen. Auch die Zustimmung der Sunrise-Aktionäre ist noch nötig, weil der Konzern den Kauf mit einer Kapitalerhöhung von 4,1 Mrd. Fr. finanzieren will.

Diese Sache ist noch nicht in trockenen Tüchern. Sunrise-Grossaktionär Freenet (FNTN 18.775 0.48%) hatte zuletzt deutliche Kritik an der Ausgestaltung des Deals geübt. Der deutsche Konzern ist mit einem Anteil von 24,5% der mit Abstand grösste Eigentümer.

Leser-Kommentare

Martin Mäder 08.08.2019 - 16:59
Leider liegt es nicht nur am “intensiven Wettbewerb”, sondern vermutlich auch am Kundenservice. Der technische Support ist unterirdisch. Nach langem Warten und Musikgedudel kriegt man jeweils einen freundlichen und lebendigen Menschen ans Telefon. Allerdings jedes Mal eine andere Person, die jedes Mal eine andere Instruktion erteilt. Alles (logisch Sinnvolle) befolgt, bloss funktioniert das WLAN nach vielen Wochen immer noch äusserst… Weiterlesen »