Märkte / Aktien

US-Aktien schliessen deutlich im Minus

Die Wallstreet geht wegen des Handelsstreits deutlich schwächer aus dem Handel. Besonders unter Druck geraten Technologietitel.

(Reuters) Der Kursrutsch der chinesischen Landeswährung Yuan hat zum Wochenauftakt die Anleger an der Wallstreet verunsichert. Investoren fürchten, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China in eine neue Runde geht.

Insbesondere die jüngsten US-Zollankündigungen dürften es schwerer machen, dass beide Seiten doch noch ein Abkommen erzielen, sagte Robert Pavlick, Chefstratege beim Vermögensverwalter SlateStone Wealth. Später lastete zusätzlich die Ankündigung Chinas auf den Handel, den Kauf von US-Agrarprodukten auszusetzen.

Der Dow Jones Industrial verlor 2,9% auf 25717, der marktbreit S&P 500 gab 3% auf 2844 nach und der technologielastige Nasdaq fiel 3,5% auf 7726. Gesucht waren hingegen die US-Staatsanleihen. Die Rendite der zweijährigen Staatsanleihen sank 14 Basispunkte auf 1,53% und diejenige der zehnjährigen Staatsanleihen 13 Basispunkte auf 1,71%

Apple geraten unter Druck

Zu den Verlierern gehörten besonders die Technologiewerte. Die Aktien des iPhone-Herstellers Apple verloren 5,2%. Analysten fürchten, dass der Zollkonflikt die Nachfrage nach iPhones drosseln dürfte. Die Titel der Chiphersteller Advanced Micro Devices, Nvidia, Micron Technologies und Intel verloren zwischen 3,5 und 6,5%.

Gegen die allgemeine Markttendenz kletterten Tyson Foods 5,1%. Der grösste US-Fleischproduzent erwartet für kommendes Jahr positive Auswirkungen auf seine Geschäfte durch die afrikanische Schweinepest in China. Die riesigen Verluste in der chinesischen Schweinefleisch-Industrie würden sich weltweit wohl über mehrere Jahre auf Angebot und Nachfrage auswirken, sagte Firmenchef Noel White.

Hoffnung ist verloren

Die Kursverluste der chinesischen Währung sorgten für Unruhe. Der Dollar übersprang erstmals seit mehr als elf Jahren die Marke von sieben Yuan. Analysten befürchten, dass die Yuan-Abwertung eine neue Front in dem Handelsstreit eröffnen und zu einem Währungskrieg führen könnte. Der Yuan darf einen von der Notenbank täglich vorgegebenen Kurs nur in einer bestimmten Spanne über- oder unterschreiten.

Die chinesische Zentralbank habe bislang einen schwächeren Yuan verhindert, um die Verhandlungen mit den USA nicht zu gefährden, sagte Julian Evans-Pritchard, China-Volkswirt beim Analysehaus Capital Economics. «Die Tatsache, dass sie jetzt aufgehört haben, die Marke von sieben zum US-Dollar zu verteidigen, lässt darauf schliessen, dass sie jede Hoffnung auf ein Handelsabkommen mit den USA aufgegeben haben.»

Neue Stufe der Eskalation

Aus Furcht vor einer Eskalationsspirale im Handelsstreit zwischen den USA und China kehrten Anleger auch den europäischen Aktienmärkten den Rücken. «Wir sehen eine regelrechte Flucht aus Aktien», sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. «Das ist keine Panik, aber eine ordentliche Verkaufswelle.»

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,17 Mrd. Aktien den Besitzer. 531 Werte legten zu, 3422 gaben nach und 182 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,58 Mrd. Aktien 425 im Plus, 2744 im Minus und 145 unverändert.

 

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