Aktien sind fair oder höchstens leicht überbewertet, lautet der Tenor unter Anlageexperten. Der Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der wichtigsten Börsenindizes scheint ihnen recht zu geben. So liegt das KGV des US-Leitindex S&P 500 mit 18,6 nur wenig über dem historischen Durchschnitt von 17,5. Noch günstiger erscheint der Dow Jones Industrial, dessen KGV von 16 genau dem langjährigen Mittel entspricht.

Das KGV muss allerdings mit Vorsicht genossen werden, denn gegenwärtig erzielen US-Unternehmen traumhafte Margen. Das ist zwar gut und recht, doch die hohen Gewinne lassen die Bewertung niedriger erscheinen, als sie in Tat und Wahrheit ist. Dies deshalb, weil Margen die Angewohnheit haben, über den Zyklus stark zu schwanken und zu ihrem Mittelwert zurückzukehren. Während der Hochkonjunktur sprudeln die Gewinne, in der Rezession trocknen sie aus. Anleger tun deshalb gut daran, nicht mit der gegenwärtig hohen, sondern mit der künftigen Gewinnkraft zu rechnen. Dazu müssen die Gewinne normalisiert werden.

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