Märkte / Makro

US-Arbeitsmarkt zeigt sich robust

Das Stellenwachstum hat sich zwar verlangsamt, gesunken ist aber auch die Arbeitslosenrate.

Vor einem halben Jahrhundert war es zuletzt der Fall. 1969 notierte die Arbeitslosenrate in den Vereinigten Staaten mit 3,5% so niedrig wie heute. Das geht aus dem Arbeitsmarktbericht hervor, den das Statistikamt BLS (BLSN 0.55 0%) am Freitag veröffentlicht hat.

Der Rückgang ist ein Zeichen, dass sich der Arbeitsmarkt trotz wirtschaftlicher Abschwächung in besserer Verfassung befindet als befürchtet. Die Unterbeschäftigtenquote sank analog zur Arbeitslosenrate auf 6,9%. Sie umfasst auch Personen, die nicht vollständig im Arbeitsmarkt integriert sind, und all diejenigen, die aus wirtschaftlichen Gründen ausschliesslich Teilzeit arbeiten.

Trotz der niedrigeren Arbeitslosenrate hat sich der Trend der vergangenen Monate – die Verlangsamung des Stellenwachstums – auch im September fortgesetzt. Im vergangenen Monat wurden in den Vereinigten Staaten 136 000 Stellen geschaffen.

Erwartet hatten die Analysten ein Plus von 145 000. Überraschend hoch fiel hingegen die Revision der Zahlen für die Vormonate aus. Im Juli wurden neu 159 000 (+7000) und im August 168 000 (+38 000) Arbeitsplätze kreiert. Wird der öffentliche Sektor ausgeklammert, wurden im September 114 000 Stellen geschaffen. Für das Wachstum verantwortlich ist der Dienstleistungssektor. Er hat 109 000 Arbeitsplätze kreiert.

Stark war das Wachstum im Bildungs- und Gesundheitsbereich (+40 000) sowie im Freizeit- und Gastgewerbe (+21 000). Weiter rückläufig war hingegen die Entwicklung im Einzelhandel (–11 000). Überraschend resultierte trotz der Rezession im Industriesektor ein Zuwachs von 5000 Stellen. In der Baubranche wurden 7000 Arbeitsplätze kreiert und im verarbeitenden Gewerbe nur 2000 gestrichen.

Enttäuschend fiel das Lohnwachstum aus. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg im Vergleich zum Vorjahr lediglich 2,9%. Im August betrug das Plus noch 3,2%. Das ist das niedrigste Wachstum in mehr als einem Jahr. Nicht verändert hat sich hingegen die Zahl der wöchentlichen Arbeitsstunden. Die Aktienmärkte haben auf den Arbeitsmarktbericht positiv reagiert.

Die Leitindizes quittierten den Bericht mit Gewinnen. Für das Federal Reserve ändert sich mit den Zahlen zum Arbeitsmarkt nicht viel. Das sehen auch die Marktteilnehmer so. Sie rechnen weiter mit einer Zinssenkung im Oktober, auch wenn die Wahrscheinlichkeit gemäss der Terminbörse CME von 89 auf 78% gesunken ist.

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