Märkte / Makro

US-Arbeitsmarkt überzeugt weiter

Die amerikanische Wirtschaft hat im Februar deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet.

Marktteilnehmer sind begeistert. Der am Freitag publizierte US-Arbeitsmarktbericht hätte kaum besser ausfallen können. Gemäss Statistikamt BLS (BLSN 0.7 -2.78%) hat die amerikanische Wirtschaft im Februar 313 000 Stellen geschaffen. Das ist der höchste Wert seit Juli 2016. Zudem wurden im Dezember und Januar insgesamt 54 000 Arbeitsplätze mehr geschaffen als bislang angenommen. In den vergangenen drei Monaten sind im Mittel somit 242 000 neue Arbeitsplätze entstanden.

Die Arbeitslosenrate, die separat erhoben wird, verharrte auf 4,1%. Die Auguren rechneten mit einem Rückgang auf 4%. Dass die Arbeitslosigkeit trotz hohem Stellenwachstum nicht gesunken ist, liegt daran, dass im vergangenen Monat viele Amerikaner wieder oder erstmals in den Arbeitsmarkt eingetreten sind. Entsprechend ist die Erwerbsquote 0,3 Prozentpunkte auf 63% gestiegen.

Lohnwachstum geht zurück

Noch mehr als über die vielen neuen Stellen dürften sich die Marktteilnehmer aber über das moderate Lohnwachstum gefreut haben. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg gegenüber dem Vorjahr 2,6%. Das ist eine Verlangsamung im Vergleich zum Vormonat: Das Plus vom Januar wurde um 0,1 Prozentpunkte auf 2,8% gesenkt. Das überraschend starke Lohnwachstum hatte bei Anlegern Inflationssorgen geweckt und zu einer Korrektur an den Aktienmärkten geführt. Der Rückgang des Lohnwachstums dürfte die Investoren diesbezüglich beruhigen.

Stabil geblieben ist die breitgefasste Arbeitslosenrate U6. Sie berücksichtigt auch Arbeitnehmer, welche statt einer Vollzeit- eine Teilzeitstelle annehmen müssen, oder welche die Suche nach einem Job vorerst aufgegeben haben. Um Saisoneffekte bereinigt beträgt sie wie im Vormonat 8,2%. Vor einem Jahr lag sie noch bei 9,2%. Dieser niedrige Wert ist ein weiteres Zeichen für die derzeitige Robustheit des Arbeitsmarktes.

Breit abgestützt

Die meisten neuen Stellen wurden mit 61 000 in der Bauindustrie geschaffen. Dies ist der höchste Wert seit mehr als zehn Jahren. Damit hat die Branche in den vergangenen vier Monaten insgesamt 185 000 Arbeitsplätze geschaffen. Aber auch im Einzelhandel sind 50 000 neue Jobs entstanden. Wegen der hohen Saisonalität hat sich die Zahl der geschaffenen Stellen in den vergangenen vier Monaten aber nicht verändert. Zuwachs verzeichneten auch das verarbeitende Gewerbe (+31 000), die Finanzindustrie (+28 000) sowie das Gesundheitswesen (+19 000).

Der Arbeitsmarktbericht dürfte die amerikanische Notenbank (Fed) in ihrer Einschätzung bestätigen, dass die Wirtschaft nahe Vollbeschäftigung operiert. Die Finanzmärkte erwarten, dass das Fed das Zielband für die Federal Reserve Rate am 21. März um 25 Basispunkte auf 1,5 bis 1,75% erhöhen wird. Es ist das erste Zinstreffen, das unter der Leitung des neuen Fed-Chefs Jerome Powell stattfindet.

Trotz der starken Arbeitsmarktdaten lösten die Zahlen an den Märkten keine verstärkten Zinsfantasien aus: Händler tippen weiter darauf, dass die Notenbank es dieses Jahr bei insgesamt drei Zinsschritten belassen wird.

Sowohl der Swiss Market Index als auch der Swiss Performance Index avancieren nach den Neuigkeiten.

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