Unternehmen / Finanz

US-Behörden haben neues Einfallstor in Schweizer Banken

Amerikanische Ermittler können neu direkt bei heimischen Geldhäusern Informationen über jedes Konto verlangen.

Die US-Strafverfolgungsbehörden haben ein neues Instrument erhalten, um von ausländischen und damit auch Schweizer Banken direkt Kundendaten einfordern zu können. Geldhäuser, die vor allem in jüngster Vergangenheit in Geldwäschereifälle verwickelt waren, könnten hier verstärkt ins Visier geraten. Im schlimmsten Fall könnte ihnen der Ausschluss vom US-Dollargeschäft drohen.

Die Gesetzesänderung kam mit dem Bundesbudget für 2021. Am 1. Januar trat der revidierte «U.S. Anti-Money Laundering Act», kurz Amla genannt, in Kraft. Er gibt US-Strafverfolgern des Justiz- und Finanzdepartements nun das Recht, «von ausländischen Banken mit US-Korrespondenzkonto Informationen über jedes Konto zu verlangen, das bei dieser Bank geführt wird», sagt Daniel Bühr, Partner bei der Kanzlei Lalive und Experte für Wirtschaftskriminalität. Jede Schweizer Bank, die Geschäfte in US-Dollar abwickeln will – und das sind fast alle –, muss ein solches Konto bei einer US-Bank führen. Dieses hat der US-Gesetzgeber den Behörden nun als neues Einfallstor geöffnet, um an Konten und Kundendaten heranzukommen. «Das ist der neue lange Arm der US-Justiz», sagt Bühr, der im US-Steuerstreit bereits Schweizer Banken vertreten hatte. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?