Märkte / Aktien

SMI schliesst dank Nestlé knapp im Plus

Nach der Unterzeichnung eines Teilabkommens zwischen den USA und China hat der Markt eine Verschnaufpause eingelegt.

(AWP/RB) Der Schweizer Aktienmarkt schloss am Donnerstag praktisch auf Vortagesniveau. Geberit (GEBN 538.4 0.19%) wurden  zurückgestuft, nachdem die Umsatzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr die Erwartungen der Analysten knapp verfehlt hatten. Auch Adecco (ADEN 58.32 -0.17%) und Richemont (CFR 72.1 -0.17%) belasteten den Leitindex SMI (SMI 11110.78 -0.39%).  Schon am Vortag hatte es insgesamt aber nur wenig Bewegung gegeben.

Zu Swatch Group (UHR 244.8 -0.97%) gab es eine neue Einschätzung der Deutschen Bank. Darin hiess es, der Konzern sei mit seiner strategischen Aufstellung zuletzt nicht gerade den günstigsten Einflüssen ausgesetzt gewesen. Im Verlauf des Nachmittags konnten die Titel die anfänglichen Verluste in einen kleinen Gewinn verwandeln.

Lonza (LONN 419.6 -0.19%) führte die Gewinner den ganzen Tag über an. Die Analysten der Credit Suisse (CSGN 13.39 -1.29%) haben die Kaufempfehlung bestätigt und das Kursziel erhöht. Das Schwergewicht Nestlé (NESN 109.02 -0.31%) kam am Nachmittag ein wenig in Fahrt und liess den SMI in den grünen Bereich vorstossen. Roche (ROG 345.8 0.04%) und Novartis (NOVN 94.4 -0.17%) standen auf Vortagesniveau.

Euro unter 1.075 Fr.

Der Euro gab zum Franken erneut leicht nach. Die europäische Einheitswährung war am Donnerstag zeitweise für 1.074 Fr. zu haben. Der US-Dollar zog am Nachmittag etwas an und entfernte sich ein bisschen von 0.96 Fr, denen er zuvor recht nahe kam.

Händler erklärten sich die aktuelle Frankenstärke primär mit «Spekulationen gegen die Nationalbank»: Weil die USA die Schweiz als möglichen Währungsmanipulator sehen, seien ihr zunehmend die Hände gebunden, lautete die These dazu.

Geberit, Partners Group und Inficon im Fokus

Mit Geberit hat auch Partners Group erste Zahlen vorgelegt. Während Geberit Verluste erlitten, hielt sich bei Partners Group (PGHN 956 -0.21%) das Plus in Grenzen und verschwand am Ende ganz.

Bei Geberit wird die Umsatzentwicklung im Schlussquartal als leise Enttäuschung gesehen. Somit habe das Unternehmen die Wachstumsziele das dritte Jahr in Folge verfehlt, kommentiert etwa der Analyst von Vontobel (VONN 72.75 -0.75%). Bei Partners Group hingegen kamen die Assets under Management leicht über den Konsenserwartungen zu liegen.

Am breiten Markt fielen vor allem Inficon (IFCN 803 0.12%) auf. Der Sensorhersteller aus dem Rheintal hat am Vorabend erste Zahlen für 2019 vorgelegt, und die Analysten von Berenberg haben darauf bereits ihre Kaufempfehlung zurückgenommen. Auch Schmolz + Bickenbach (STLN 0.203 0.74%) präsentierten sich einmal mehr schwach. Zulegen konnten nach einem positiven Medienbericht hingegen Evolva (EVE 0.272 0.55%) und Cassiopea (SKIN 42.9 -0.46%). Bei Evolva genügt schon eine Verteuerung um rund 2 Rappen für ein Plus von rund 10%.

Die Schweizer Obligationenbörse bewegte sich am Donnerstag bei geringen Ausschlägen mehr oder weniger seitwärts. Die Umsätze hielten sich eher in Grenzen. Bevorzugt wurden Anleihen mit mittleren Laufzeiten von etwa fünf Jahren.

US-Börsen eröffnen mit Avancen

In Europa präsentierte sich die Börsenlage ähnlich stabil, die Vorzeichen bei Dax (DAX 13579.33 -0.62%), Cac 40, Euro Stoxx 50 (Euro Stoxx 50 3800.38 -0.59%) und FTSE 100 standen mal leicht im Plus, mal im Minus. Auch die Preise von Gold (Gold 1643.32 1.34%) und Silber (Silber 18.7 1.08%) bewegen sich nur leicht, bei Erdöl der Sorten Brent (Brent 58.44 -1.53%) und WTI (WTI 53.4 -0.63%) zogen sie im Verlauf des Nachmittags an.

Die Hochstimmung an den US-Börsen hielt zumindest zu Beginn an. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg ebenso wie der breiter gefasste S&P 500 (SP500 3337.75 -1.05%), der  erstmals über die Marke von 3300 Zählern sprang. Der Index der Technologiebörse Nasdaq 100 (Nasdaq 100 9446.687755 -1.88%) gewann ebenfalls dazu.

Die Teileinigung im Handelsstreit bot laut Händlern und Analysten keine grösseren Überraschungen. Euphorie sei daher fehl am Platz. So erinnerte ein Ökonom daran, dass die Zollbelastung mit dem Deal zwar leicht abnehme, aber noch immer ein Mehrfaches des Werts von vor dem Handelsstreit betrage. «Der von Donald Trump gepriesene grosse Deal entpuppt sich bei genauer Betrachtung als Mini-Abkommen», kommentierte auch der Chefökonom der VP Bank (VPBN 165.6 -0.6%). Und mit raschen Ergebnissen der Phase-2-Verhandlungen und somit Treibern für steigende Börsen sei nicht zu rechnen.

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