Märkte

US-Detailhändler mit grösstem Umsatzschwund seit 2009

Konsumenten in den USA haben im Dezember weniger Geld ausgegeben. Die Einnahmen fielen überraschend gering aus.

(Reuters) Eine überraschende Flaute im amerikanischen Einzelhandel verstärkt Sorgen über eine Konjunkturabkühlung in den USA. Die Detailhändler erlitten im Dezember die grössten Umsatzeinbussen seit mehr als neun Jahren. Die Einnahmen fielen 1,2% geringer aus als im Vormonat, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Die Verbraucher gaben beispielsweise weniger Geld in Restaurants aus, ebenso für Bekleidung und Möbel. Da der Konsum gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung ausmacht, zeichnet sich damit für das vierte Quartal eine schwächere Konjunktur ab. «Ein Käuferstreik im Einzelhandel macht noch keine Rezession. Die Zahlen sind aber ohne jeden Zweifel eine sehr negative Überraschung», sagte Ökonom Tobias Basse von der NordLB.

Experten gehen davon aus, dass die weltgrösste Volkswirtschaft zwischen Oktober und Dezember nur noch mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,7% gewachsen ist. Im dritten Quartal hatte es noch zu einem Plus von 3,4% gereicht. US-Notenbankdirektorin Lael Brainard bezeichnete die Einzelhandelsdaten als «Schlag ins Wasser». Dies belege ein Mal mehr, dass sich die Risiken für die Konjunktur verstärkten. Die US-Zentralbank Federal Reserve hat nach einer Serie von vier Zinserhöhungen im Jahr 2018 eine ruhigere Gangart signalisiert – auch mit Blick auf die unsicheren Konjunkturaussichten und den gedämpften Preisauftrieb. Ökonomin Jennifer Lee vom Finanzhaus BMO Capital Markets in Toronto geht nach den enttäuschend ausgefallenen Einzelhandelsdaten davon aus, dass die Währungshüter «das Wort Geduld noch einige Zeit im Munde führen werden».

Leser-Kommentare