Märkte / Makro

Das Schuldenproblem der US-Haushalte

Die gesamten Verbindlichkeiten der amerikanischen Haushalte haben den Rekord von 2008 eingestellt. Warum diese Entwicklung Sorgen bereitet.

Die USA haben im ersten Quartal eine wichtige Marke geknackt. Mit 12,7 Bio. $ ist die Verschuldung der privaten Haushalte auf ein neues Allzeithoch geklettert. Dass die Verbindlichkeiten inzwischen den bisherigen Rekordstand aus dem dritten Quartal 2008 übertreffen, ist zwar nicht per se gefährlich. Doch zeigen die Abschreiber, die verschiedene US-Banken jüngst vornehmen mussten, dass viele Amerikaner womöglich über ihren Möglichkeiten gelebt ­haben – ein Problem, das sich mit einer ­restriktiveren Notenbankpolitik und steigenden Zinsen akzentuieren dürfte.

Im Nachgang der Finanzkrise von 2008/09 sahen sich die US-Haushalte gezwungen, ihre angeschlagenen Bilanzen zu sanieren. Der Konsum wurde zurückgefahren, Verbindlichkeiten reduziert. Allerdings währte der Schuldenabbau nur bis Mitte 2013, bevor erneut deutliches Wachstum einsetzte. Geändert hat sich gegenüber dem Höchst von 2008 freilich die Zusammensetzung des Schuldenbergs: Während die Hypothekarvolumen 1 Bio. $ unter dem damaligen Stand notieren, wird die Lücke durch deutlich höhere Konsumkredite kompensiert. Starke Nachfrage erfuhren etwa die Studentendarlehen, die zum zweitgrössten Segment angewachsen sind.

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Leser-Kommentare

Roland Heinzer 09.08.2017 - 15:59
History repeats, but with a difference, habe ich irgendwo einmal gelesen. Es ist doch heute ähnlich wie vor 10 Jahren, damals wurden Hypotheken vergeben und daran verdient, ohne Rücksicht auf die Risikofähigkeit der Kreditnehmer (die Provisionen lockten!). Heute werden in Amerika Studentendarlehen vergeben ohne zu schauen welche Fächer belegt werden und bei den car loans werden Auto Occasionen mit 7-jährigen… Weiterlesen »