Märkte / Makro

US-Kauflaune deutlich eingetrübt

Amerikanische Konsumenten blicken pessimistisch in die Zukunft. Der entsprechende Index ist im Juli stärker gefallen als erwartet.

(Reuters) Die Verbraucherstimmung in den USA hat im Juli einen deutlichen Knacks erhalten. Das entsprechende Barometer fiel auf 92,6 Punkte, nach 98,3 Zählern im Vormonat, wie das Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte.

Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 94,5 Zähler gerechnet. Obwohl ihre Stimmung insgesamt sank, schätzten die Verbraucher ihre derzeitige Lage jedoch besser als im Vormonat ein. Mit Blick auf die Zukunft sind sie aber weit pessimistischer als zuvor. Der entsprechende Barometer-Wert sackte von 106,1 auf 91,5 Stellen ab.

«Die Sorgen vor den Auswirkungen der zweiten Covid-19-Welle sowie die weiterhin angespannte Lage am Arbeitsmarkt setzen den US-Verbrauchern zu», so die Interpretation von Helaba-Ökonom Patrick Boldt. Zuletzt habe es auch keine Stimmungsaufhellung mehr aufgrund von steigenden Aktienkursen gegeben: «Die US-Notenbank Fed wird sich bestätigt sehen in ihrem Vorhaben, die Zinsen auf absehbare Zeit nicht erhöhen zu wollen.»

Die Konsumenten sind mit ihren Ausgaben das Rückgrat der US-Wirtschaft, die von der Corona-Pandemie hart getroffen wurde. Zuletzt stiegen die Fallzahlen wieder an, was Sorge um die einsetzende Konjunkturerholung nährte.

Auch der Notenbank, deren Zinsbeschluss am Mittwoch ansteht, dürfte die Entwicklung Kopfzerbrechen bereiten. Zahlreiche Experten erwarten, dass die Währungshüter deutlich machen, dass sie notfalls neue Konjunkturspritzen setzen könnten. Viele ihrer Kreditprogramme verlängerte sie jüngst bis zum Jahresende. Der US-Kongress in Washington ist derzeit seinerseits dabei, ein neues Hilfspaket im Volumen von rund 1 Bio. $ zu schnüren.

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