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US-Kohleriese Peabody kurz vor Bankrott

Der weltgrösste private Kohleförderer kämpft mit seinen Schulden. Er versucht, Minen in Australien zu verkaufen.

(Bloomberg/Mol/CP) Das gemessen am Fördervolumen grösste Kohlebergwerkunternehmen der USA, Peabody, steht kurz vor dem Bankrott, wie es am Mittwoch in einer Mitteilung hiess. Peabody ist angeschlagen wegen 6 Mrd. $ Schulden und Geschäftsbereichen, die seit 2013 nur in einem Quartal einen Gewinn abzuwerfen vermochten.

Peabody hat am Mittwoch die Zinszahlung auf ausstehenden Anleihen nicht geleistet. Analysten warnen seit längerem davor, dass Peabody nach den US-Kohleproduzenten Arch Coal, Alpha Natural Resources und Patriot Coal Corporation als Nächste Zahlungsunfähigkeit anmeldet.

Selbst nach vier Jahren von Abwertung, Abschreibungen und Verkäufen hat Peabody in Australien noch immer eine grössere Vermögensbasis als in den USA. Die Mehrheit dieser australischen Minen produziert Exportkohle, die in japanischen Kraftwerken und Schmelzöfen Anwendung findet. Im Gegensatz dazu produzieren die nordamerikanischen Betriebe vorwiegend für den heimischen Markt.

Geht man davon aus, dass sich die Kohlepreise gegenwärtig in einem zyklischen Tief befinden, erscheinen die australischen Bergwerke für einen Verkauf deutlich attraktiver als die US-Minen, die zumeist an langfristige Verträge gebunden sind und bei einem zyklischen Anstieg des Kohlepreises weniger Verbesserungsspielraum bieten.

Darüber hinaus lassen sich bereits potenzielle Käufer für die Kohlewerke von Peabody ausfindig machen. Der ehemalige Xstrata-CEO Mick Davis soll für sein Private-Equity-Projekt x2 Resources Rio Tintos australische Minen ins Auge gefasst haben, während Mitsubishi, die schon Minen in der Nähe zahlreicher Peabody-Gruben betreibt, ihren Kohleabbau bis 2020 zu verdoppeln gedenkt.