Unternehmen / Ausland

US-Milliardär will AS Roma übernehmen

Ein Konsortium um Dan Friedkin bietet für den Hauptstadtclub eine Rekordsumme in der Geschichte des italienischen Fussballs.

(Reuters) Der US-Milliardär Dan Friedkin hat ein Auge auf den italienischen Fussball-Traditionsclub AS Roma (ASR 0.68 3.5%) geworfen. Der Tabellenvierte der ersten italienischen Liga («Serie A») bestätigte am Montag Verhandlungen mit einem Konsortium unter Friedkins Führung über eine Übernahme des Vereins. Entschieden sei aber noch nichts. Erst müsse die Gruppe die Bücher prüfen.

Laut «Financial Times» wollen Friedkin und seine Partner 750 Mio. € einschliesslich Schulden für AS Roma bieten. Für mehr Geld hatte bisher kein italienischer Klub den Eigentümer gewechselt. Der am höchsten bewertete «Serie A»-Verein ist aber Juventus Turin, der mehrheitlich der Familie Agnelli gehört und an der Mailänder Börse mit gut 1,6 Mrd. € bewertet wird.

Die «Roma», wie die AS Roma von seinen Fans genannt wird, ist ebenfalls börsennotiert und kommt auf eine Marktkapitalisierung von gut 400 Millionen Euro. Die Aktie schoss am Montag zeitweise um 9% nach oben und lag am Mittag noch gut 2% im Plus.

Der Lokalrivale von Lazio Rom wird von einer Gruppe von US-Investoren um Vereinspräsident James Pallotta kontrolliert. Sie war 2012 eingestiegen, hatte den Klub aber nicht auf den erhofften Erfolgskurs zurückführen können. AS Roma wurde zuletzt 2001 italienischer Meister, die letzten acht Titel holte Juventus. In der vergangenen Saison (per Ende Juni) verzeichnete die AS Roma einen Verlust von 24,3 Mio. €.

Die Gruppe um Pallotta versucht AS Roma schon seit einiger Zeit wieder loszuwerden, nachdem das Projekt zum Bau eines neuen Stadions im Behördendschungel zu versanden droht. Friedkin hat bisher mit Fussball nichts zu tun. Dem Texaner gehören einer der grössten unabhängigen Toyota-Händler, aber auch eine Reihe von Luxus-Hotels und -Feriensiedlungen.

Leser-Kommentare