Märkte / Anleihen

US-Notenbank auf Konfrontationskurs

Das Protokoll der Dezembersitzung legt offen, dass das Federal Reserve die Inflationsgefahr in den USA unterschätzt hat. Nun will es drastisch gegensteuern.

Das Protokoll der Sitzung des US-Offenmarktausschusses hat diese Woche die Märkte erschreckt. Zwar hatte das geldpolitische Entscheidungsgremium der Notenbank schon im Dezember entschieden, die Zügel künftig anzuziehen. Nun lässt sich allerdings nachlesen, wie sehr die Fed-Verantwortlichen fürchten, angesichts der hartnäckig hohen Inflation nicht rasch genug den extrem lockeren Kurs zu normalisieren.

Die Teuerungsentwicklung erwischte die Währungshüter offenbar auf dem falschen Fuss. Die Lieferengpässe dürften wahrscheinlich länger anhalten und seien umfassender als zuvor gedacht, fasst das Protokoll zusammen. Und: «Die meisten Ausschussmitglieder stimmen darin überein, dass die Aufwärtsrisiken der Inflation überwiegen.»

Bereits Vollbeschäftigung

Zudem ist die Arbeitsmarktentwicklung in den Mittelpunkt gerückt. Bislang argumentierten viele Marktanalysten, dass das Vollbeschäftigungsziel des Fed – das zweite Ziel der US-Notenbank neben dem Mandat, stabile Preise zu garantieren – noch in weiter Ferne liege. Deshalb würde die Geldpolitik nicht zu rasch gestrafft. Nun zeigt das Protokoll: «Viele Mitglieder sind der Meinung, dass die US-Wirtschaft rasche Fortschritte in Richtung des Vollbeschäftigungsziels macht.» Einige von ihnen seien sogar der Ansicht, dass bereits jetzt Bedingungen vorherrschten, die einer Vollbeschäftigung weitgehend entsprächen.

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