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US-Notenbank will Bilanzabbau beenden

Im Protokoll zur jüngsten Zinssitzung hat die amerikanische Notenbank ihre im Januar signalisierte vorsichtige Haltung unterstrichen.

(Reuters) Die US-Notenbank erwägt, den Abbau ihrer in der Wirtschaftskrise massiv aufgeblähten Bilanz noch in diesem Jahr zu stoppen. Fast alle Teilnehmer des für die Geldpolitik zuständigen Offenmarktausschusses halten es für wünschenswert, dass ein entsprechender Plan «über kurz oder lang» vorgelegt werden sollte. Dies geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Zinssitzung vom Januar hervor. Damit würde nach Ansicht der Währungshüter «mehr Sicherheit» darüber geschaffen, wie der «Prozess der Normalisierung» der Bilanz abgeschlossen werden sollte.

Mit massiven Wertpapierkäufen hatte die Fed jahrelang die von den Folgen der Finanzkrise gebeutelte Wirtschaft gestützt, bevor sie zum Abbau des Portfolios überging. Die US-Notenbank hatte ihr Portfolio zwischenzeitlich auf fast 4,5 Bio. $ aufgebläht und es mittlerweile wieder auf rund 4 Bio. $ eingedampft. Nach einem 2017 ausgearbeiteten Plan wird das Volumen monatlich um bis zu 50 Mrd. $ verringert. Da die Bilanz vor Ausbruch der Finanzkrise 2007 bei gerade einmal 800 Mrd. $ lag, würde ein Stop des Abbaus noch in diesem Jahr bedeuten, dass sich das Portfolio der Fed auf einem nunmehr weit höheren Niveau einpendeln würde.

Die Kurse an Wallstreet gaben nach Veröffentlichung der Protokolle zwischenzeitlich nach, bevor sie wieder ins Plus drehten. Händler am Geldmarkt blieben zugleich bei ihrer Einschätzung, dass die Fed 2019 keine Zinserhöhung vornehmen wird. Die Notenbank hatte den Schlüsselsatz im Januar nach insgesamt vier Erhöhungen im vorigen Jahr in der Spanne von 2,25 bis 2,5 % belassen und zugleich eine Pause signalisiert.

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