Märkte / Rohstoffe

Ölpreis kracht unter null

Am Erdölmarkt jagen sich dieses Jahr die Negativrekorde. Selbst die Einigung zwischen G-20 und Opec-Staaten vermochte den Preiszerfall nicht zu stoppen.

Fürs Öl Kaufen bezahlt werden? Was zu gut klingt, um wahr zu sein, wurde am Montagabend Wirklichkeit. Zum ersten Mal seit der Rohstoff ­gehandelt wird, rutschte der Ölpreis ins Negativterrain. Auf dem Höhepunkt­ ­zahlten Händler eine Prämie von 40 $, ­damit ihnen der Mai-Kontrakt für ein Fass WTI-Öl abgenommen wurde.

Wie lässt sich dieser historische Preiszerfall erklären? Die sinkende Nachfrage nach Öl wirkt sich je nach Laufzeit der ­Terminkontrakte (Futures) unterschiedlich auf den Preis aus. Während niemand mehr einen im Mai auslaufenden Kontrakt wollte, wurde für später fällig werdende Kontrakte weiterhin Geld verlangt. Wegen des Überangebots wird für eine prompte Lieferung am ­wenigsten bezahlt, und je weiter in der ­Zukunft der Liefertermin liegt, desto teurer ist der Preis für das Öl. Langlaufende Futures notieren also höher als kurzlaufende. Sie bilden die Terminkurve, die aufwärts zeigt (Contango, Preisaufschlag).

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