Märkte / Rohstoffe

US-Regierung unterstützt Pipeline-Betreiber nach Hackerangriff

Das Colonial Pipeline arbeitet nach dem Angriff an der Wiederaufnahme des Betriebs eines der wichtigsten Kraftstoffleitungssysteme in den USA.

(Reuters) Die amerikanische Regierung arbeitet bei der Bekämpfung des Hackerangriffs auf eines der wichtigsten Kraftstoffleitungssysteme in den USA eng mit dem Betreiber Colonial Pipeline zusammen. Handelsministerin Gina Raimondo sagte im Fernsehsender CBS am Sonntag, die Wiederherstellung des Leitungssystems habe für die Regierung höchste Priorität: «Wir arbeiten eng mit dem Unternehmen, staatlichen und lokalen Behörden zusammen, um sicherzustellen, dass der normale Betrieb so schnell wie möglich wieder aufgenommen wird und es keine Unterbrechungen in der Versorgung gibt.»

Colonial Pipeline transportiert pro Tag 2,5 Mio. Barrel an Kraftstoffen von Raffinerien an der Golf-Küste in östliche und südliche Bundesstaaten durch ihre insgesamt 8850 Kilometer langen Leitungen. Fast die Hälfte der Kraftstoff-Versorgung der US-Ostküste fliesst durch diese Pipelines. Zu den Abnehmern zählen auch mehrere Flughäfen wie der weltgrösste Airport in Atlanta. Ein längerer Stillstand könnte zudem die Preise an den Zapfsäulen vor der sommerlichen Hauptfahrzeit in den USA in die Höhe schnellen lassen.

Nach Auskunft eines früherer Regierungsmitarbeiters und zweier Quellen aus der Branche handelt es sich bei den Hackern wahrscheinlich um eine hochprofessionelle Cyber-kriminelle Gruppe. Es werde untersucht, ob es sich um die von IT-Sicherheitsfirmen als «DarkSide» bezeichnete Gruppe handele. «DarkSide» sei bekannt dafür, Schadprogramme einzuschleusen und danach Unternehmen zu erpressen. Das Programm verschlüsselt Unternehmensdaten. Erst nach Zahlung eines Lösegeldes werden die Daten wieder nutzbar gemacht.

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