Märkte / Makro

US-Konsumenten geben wieder mehr Geld aus

Die US-Wirtschaft erholt sich allmählich dank des steigenden Konsums der Amerikaner. Experten haben mit einer noch deutlicheren Zunahme gerechnet.

(Reuters) Die US-Konsumenten haben im Januar dank neuer Corona-Schecks deutlich mehr ausgegeben. Ihre Ausgaben wuchsen um 2,4% zum Vormonat, wie das US-Handelsministerium am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten sogar mit einem etwas grösseren Plus von 2,5% gerechnet, nachdem es im Dezember noch einen Rückgang von 0,4% gegeben hatte. Beflügelt wurde die Ausgabenfreude durch das Ende vergangenen Jahres verabschiedete Corona-Hilfspaket der Regierung, wodurch viele Amerikaner 600 $ erhielten. Die persönlichen Einkommen erhöhten sich dadurch um durchschnittlich 10%.

Die Konsumenten bilden mit ihren Ausgaben das Rückgrat der US-Wirtschaft, die trotz der Corona-Krise im vierten Quartal 2020 wuchs: und zwar um aufs Jahr hochgerechnet 4,1% . Der neue Präsident Joe Biden will ein rund 1,9 Bio. $ grosses Corona-Hilfspaket auf den Weg bringen, worin weitere Einmalzahlungen von 1400 $ pro Person vorgesehen sind. Das könnte der Kauflaune ein weiteres Mal auf die Sprünge helfen. Die Ökonomen der Bank of America (BAC 39.49 -1.42%) trauen der US-Wirtschaft auch deshalb in diesem Jahr ein Wachstum von 6,5% zu, nachdem sie 2020 noch um 3,5% geschrumpft war.

Die US-Notenbank Federal Reserve, die Vollbeschäftigung und überdies stabile Preise fördern soll, achtet auf Preisveränderungen bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher, wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten ausgeklammert werden. Diese Teuerungsrate stieg im Januar leicht auf 1,5%. «Die US-Notenbank wird wegen dieses mässigen Preisdrucks bis auf Weiteres an der ultralockeren Geldpolitik festhalten, zumal sie aktuell den Fokus vor allem auf die Arbeitsmarktsituation lenkt», sagte Helaba-Ökonom Ralf Umlauf. «Hier fehlen noch etwa 10 Mio. Arbeitsplätze, die in der Krise verloren gegangen sind.»

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