Märkte / Makro

US-Wirtschaft bleibt hinter dem Wachstumsziel zurück

Das amerikanische Bruttoinlandprodukt ist im Gesamtjahr 2019 nicht so stark gestiegen wie vom US-Präsidenten erwartet.

(Reuters) Die US-Wirtschaft hat ihr Wachstumstempo zuletzt stabilisiert, 2019 jedoch das von Präsident Donald Trump gesetzte Ziel verfehlt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal 2019 um auf das Jahr hochgerechnet 2,1% und damit exakt in derselben Geschwindigkeit wie im Sommer. Die Ausgaben der privaten Haushalte stiegen jedoch mit 1,8% nicht mehr so stark wie im Sommer mit damals 3,2%. «Angesichts des robusten Arbeitsmarktumfeldes und der insgesamt hohen Verbraucherstimmungen sind die Konsumperspektiven freundlich – ungeachtet der kleinen Delle im Schlussquartal», erklärte Ökonom Ulrich Wortberg von der Helaba.

Im Gesamtjahr 2019 legte das US-BIP um 2,3% zu und verfehlte damit das von Trump ausgegebene Ziel von 3% deutlich. Der Republikaner, der im November seine Wiederwahl anstrebt, drängt die unabhängige Notenbank (Fed) immer wieder zu einer lockereren Geldpolitik. Zuletzt warf er ihr in Davos auf dem Weltwirtschaftsforum vor, sie habe die Zinsen zu schnell angehoben und zu langsam gesenkt.

Die Fed hat am Mittwoch ungeachtet der Zwischenrufe Trumps entschieden, den Leitzins in der Spanne von 1,5 bis 1,75% zu halten. Das moderate Wirtschaftswachstum und die stabile Lage am Arbeitsmarkt bestärken die Währungshüter in ihrer Ansicht, dass derzeit kein Kurswechsel nötig sei.