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Märkte / Makro

US-Zinsen steigen 2017 mehrmals

Nach soliden Zahlen zum Arbeitsmarkt gilt als gut wie sicher, dass die US-Notenbank die Geldpolitik kommende Woche abermals strafft. Die grosse Frage: Was kommt danach?

Dem Federal Reserve steht für eine weitere Zinserhöhung nichts mehr im Weg. Im Februar sind in den USA 235 000 Stellen geschaffen worden, was die Erwartungen von rund 190 000 klar übertrifft. Die Ar­beits­losenquote ist leicht auf 4,7% gesunken und bewegt sich auf einem Niveau, das die US-Notenbank als Vollbeschäftigung erachtet. Der wichtigste Wert ist jedoch das Lohnwachstum. Nach einem Rückschlag im Januar sind die Löhne im Jahresvergleich um 2,8% gestiegen. Diesen Anstieg werden die Währungshüter als Signal für eine anziehende Inflation interpretieren.

Die Finanzmärkte rechnen daher fest damit, dass die US-Notenbank den Leitzins an der Sitzung am kommenden Mittwoch um 25 Basispunkte auf 1% anhebt. Die grosse Frage ist eher, wie es danach weitergeht. Seit die Rezession abgeklungen ist, hat das Fed die Zinsen nur zwei Mal gestrafft: erstmals Ende 2015 und dann erneut im letzten Dezember. Jetzt geht Fed-Chefin Janet Yellen in die Offensive. Die Normalisierung der Geldpolitik «wird nicht mehr so langsam verlaufen wie in den letzten zwei Jahren», sagte sie an ihrem letzten öffentlichen Auftritt.

Was das heisst? Yellen könnte einen Ansatz wählen, der sich am mechanischen Prozess ihrer Vorgänger Alan Greenspan und Ben Bernanke orientiert. Demnach wählt das Fed einen Rhythmus, in dem es die Zinsen in festen Abständen kontinuierlich erhöht. In der Vergangenheit war es eine Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt pro Sitzung respektive rund alle sechs Wochen.

Nach all dem geldpolitischen Stimulus käme diese Kadenz aber einem kalten Entzug gleich, gerade weil die Wirtschaft nur moderat wächst. Eher denkbar ist eine Straffung an jedem zweiten Fed-Treffen, womit die Zinsen pro Jahr um einen Prozentpunkt stiegen. Das hiesse, der Leitzins würde sich Ende Jahr auf 1,75% und im Frühling 2019 auf rund 3% bewegen, Letzeres werten Ökonomen im heutigen Marktumfeld als «normales» Niveau. Unsicher ist, ob das ohne grössere Reibungen machbar ist. Das Fed bewegt sich nach bald zehn Jahren ultratiefer Zinsen auf ­unbekanntem Terrain.