Märkte / Makro

Hurrikane verzerren US-Jobdaten

Die amerikanische Wirtschaft verzeichnet erstmals seit sieben Jahren einen Stellenrückgang. Die Delle dürfte aber temporär sein.

Die Tropenstürme «Harvey» und «Irma» hinterlassen deutliche Spuren am amerikanischen Arbeitsmarkt: Die US-Wirtschaft hat im September 33 000 Stellen verloren, teilte das Statistikamt BLS am Freitag mit. Es ist das erste Mal seit September 2010, dass die Zahl der Arbeitsplätze geschrumpft ist. Zudem sind im Juli und August 38 000 Stellen weniger entstanden als bislang angenommen. Ökonomen hatten zwar erwartet, dass die Hurrikane das Jobwachstum bremsen würden. Sie hatten aber dennoch mit einem Plus von 90 000 Stellen gerechnet. Auf die Arbeitslosenrate, die separat erhoben wird, hatten die Stürme keinen Einfluss. Sie ist von 4,4 auf 4,2% gesunken und notiert damit auf dem niedrigsten Stand seit Anfang 2001.

Ob «Harvey» und «Irma» einen bleibenden Effekt auf den Arbeitsmarkt haben, lässt sich noch nicht abschätzen. «Die verzerrten Daten haben kaum Aussagekraft», meint Marc Chandler von der Privatbank Brown Brothers Harriman. Der Researchdienst Pantheon Macroeconomics erwartet, dass sich das Stellenwachstum bereits im Oktober wieder erholen wird. Er verweist auf Hurrikan «Katrina», der die Vereinigten Staaten im August 2005 traf und zu den verheerendsten Wirbelstürmen in der Geschichte zählt. Damals zog das Stellenwachstum ab November wieder kräftig an.

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