Märkte / Devisen

USA: Abgaben gegen Währungsmanipulation

Dem US-Handelsministerium zufolge sollen die USA Abgaben auf Produkte aus Ländern erwägen, denen sie manipulierte Wechselkurse vorwerfen. Darunter ist auch die Schweiz.

(Reuters/BEG) Die USA erwägen dem US-Handelsministerium zufolge Anti-Dumping-Abgaben auf Produkte aus Ländern, denen sie Währungsmanipulationen vorwerfen. Damit könnten Länder nicht länger ihre Währungen zum Schaden von US-Firmen und Arbeitern einsetzen, sagte Handelsminister Wilbur Ross am Donnerstag. Das Ministerium liess jedoch offen, welche Kriterien herangezogen werden sollen, um festzustellen, ob ein Produkt wegen manipulierter Wechselkurse in den USA zu günstig angeboten werde.

Auf einer halbjährlichen Beobachtungsliste des Finanzministeriums werden unter anderem China, Japan, Südkorea, Indien, Deutschland und die Schweiz aufgeführt. Als Kriterien gelten Devisenmarktinterventionen, hohe Leistungsbilanzüberschüsse und hohe Handelsüberschüsse. Die USA werfen China seit langem vor, den Yuan zum Dollar künstlich niedrig zu halten.

Die Schweiz wird vom US-Finanzministerium bisher nicht als Währungsmanipulator eingestuft, da sie nur zwei der drei Kriterien erfüllt. Sie interveniert regelmässig am Devisenmarkt und hat einen grossen Überschuss in der Leistungsbilanz. Das dritte Kriterium, der bilaterale Handelsüberschuss mit den USA, ist unter der Schwelle von 20 Mrd. $.

Trotzdem ist die Gefahr seit längerem real, dass die USA die Schweiz als Währungsmanipulator einstufen könnten.

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