Märkte / Makro

USA rütteln am Fundament der WTO

Das Regelwerk der globalen Handelsordnung wird ausgehöhlt.

«Das schlechteste Handelsabkommen der Welt» sei die WTO, sagt US-Präsident Donald Trump. Diesen Worten hat er Taten folgen lassen: Seine Regierung führte Aluminium- und Stahlzölle von 25% ein und verhindert die Ernennung neuer Richter ins WTO-Berufungsgremium. Damit ist dieses seit Dezember handlungsunfähig und der Streitbeilegungsprozess blockiert.

Nun sollen die USA gemäss der Nachrichtenagentur Bloomberg einen weiteren Grundpfeiler der globalen Handelsorganisation im Visier haben: die Erhöhung der innerhalb der WTO gebundenen maximalen Zollsätze, auch Zollplafonds genannt. Die Begründung dafür ist – wieder einmal – dass das momentane System nachteilig sei für die USA. Mit 3,4% ist der US-Zollplafonds tatsächlich deutlich tiefer als der vieler anderer Staaten, allerdings gelten unzählige Ausnahmeregelungen. Die Zölle durchs Band zu erhöhen wäre der bisher kühnste Angriff auf die globale Handelsordnung, schliesslich sind die Zollplafonds über Jahrzehnte in unzähligen Verhandlungen festgelegt worden.

Bitte loggen Sie sich ein, um diesen Artikel vollständig zu lesen.