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USA und Kanada einigen sich auf Handelsvertrag

Nach monatelangen Verhandlungen haben sich die USA und Kanada auf eine neue Regelung des Freihandelsabkommens Nafta geeinigt.

(Reuters) Nach zähem Ringen haben sich die USA und Kanada kurz vor Fristende auf Rahmenbedingungen zur Rettung des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta) geeinigt. US-Präsident Donald Trump habe der Vereinbarung zugestimmt, verlautete am Sonntagabend aus den USA.

Wie zwei mit den Verhandlungen vertraute Kanadier sagten, solle den USA ein deutlich besserer Zugang zum kanadischen Milchmarkt gewährt werden. Die Regierung sei bereit, besonders betroffenen Bauern unter die Arme zu greifen. Kanada bleibt von zusätzlichen Zöllen auf Autos verschont. Die von den USA erhobenen Abgaben auf Stahl und Aluminium bleiben aber zunächst in Kraft.

Trump hatte Sonntag bis spätestens Mitternacht Ortszeit (06.00 Uhr MESZ) eine Frist für eine Einigung gesetzt. Andernfalls wollte er die bereits mit Mexiko erreichte Vereinbarung vorantreiben und Kanada aussen vor lassen.

Eine Einigung zeichnete sich ab, nachdem von Fortschritten die Rede war und Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau eine Kabinettssitzung einberufen hatte. «Das ist ein guter Tag für Kanada», sagte er im Anschluss. Er wolle sich am Montag näher zu Nafta äussern. Auch Mexikos Aussenminister Luis Videgaray sprach von einer guten Nacht für Mexiko und Nordamerika.

Der Nafta-Pakt wurde 1994 zwischen den drei Ländern geschlossen und regelt jährliche Handelsströme in Höhe von 1,2 Bio. $. Trump verlangte eine Reform des Nafta-Abkommens, das er für den Verlust von Arbeitsplätzen in den USA verantwortlich macht. Dazu hatte er getrennte Verhandlungen mit den beiden Partnerstaaten angestossen.

Mit Mexiko trafen die Vereinigten Staaten bereits Ende August eine Vereinbarung. Anschliessend liefen mehrere Fristen für die Gespräche mit Kanada ab. Die aktuelle ging bis Sonntag (30. September). Trump wollte damit erreichen, dass der neue Nafta-Text das Bestätigungsverfahren im US-Kongress rechtzeitig durchlaufen wird, damit er das Vertragswerk noch gemeinsam mit dem scheidenden mexikanischen Präsidenten Enrique Pena Nieto unterzeichnen kann. Dieser übergibt das Amt zum 1. Dezember seinem gewählten Nachfolger Andres Manuel Lopez Obrador.