Seit mehr als einem Jahr gelten Bank­aktien bei vielen als unterbewertet. Das hat nicht verhindert, dass der DJ Stoxx Europe 600 Banks selbst nach dem Kursfeuerwerk von letzter Woche einen Abschlag von 28,8% gegenüber dem 31. Dezember 2019 verzeichnet.

Aus meiner Sicht liegt zunächst eine Überreaktion auf eine Nachricht vor, deren Eintreffen sehnlichst erhofft wurde, deren Bedeutung aber nicht auf Anhieb eingeordnet werden kann.

Skizze eines Gesamtbildes

Trotzdem bin ich der Meinung, dass die Meldung, eine Vakzine erfülle bislang die in sie gesetzten Hoffnungen, mehr als bloss ein einwöchiges Kursfeuerwerk an den Börsen ausgelöst hat. Der Grund liegt darin, dass man sich an den Aktienmärkten meistens auf eine denkbare Zukunft einigt, die wahr werden könnte, aber nicht unbedingt wahr sein muss. Dabei gelingt es den Börsen in der Regel ganz gut, die Tendenz des wirtschaftlichen Geschehens abzuschätzen. Insgesamt beobachtet man meistens, dass Börsenkurse der Konjunktur um sechs bis neun Monate vorauseilen und dass mehrheitlich die Richtung der Konjunkturprognosen den Aktienmärkten folgt und nicht umgekehrt. So auch dieses Jahr. Die Konjunkturprognosen werden derzeit nach oben angehoben. Damit werden die Kurssteigerungen seit der dritten Märzwoche wenigstens zum Teil nachträglich den Aktientrends angepasst. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?

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