Märkte / Aktien

«Value-Titel sollten zu den Nutzniessern zählen»

Peter Oppenheimer, globaler Chefstratege Aktien bei Goldman Sachs, geht davon aus, dass sich die Börsen erholen werden. Europa zieht er den USA tendenziell vor.

Seit nunmehr zwanzig Jahren ist Peter Oppenheimer für die US-Investmentbank Goldman Sachs tätig, wo er sich als Chief Global Equity Strategist sowie als Chef des europäischen Macro Research einen guten Namen gemacht hat. «Finanz und Wirtschaft» hat mit ihm über die turbulenten Entwicklungen an den Finanzmärkten gesprochen.

Herr Oppenheimer, wenn man die Kursentwicklung an den Börsen betrachtet, scheint der Krieg in der Ukraine die Finanzmärkte nur temporär erschüttert zu haben. Erwarten Sie, dass es in nächster Zeit zu einer schärferen Korrektur kommen wird?
Die aktuellen Geschehnisse müssen wir im Kontext der Entwicklungen sehen, die schon vor der Ukraineinvasion an den Aktienmärkten zu erkennen waren. Eine Korrektur war hier bereits im Gang – als Folge des gestiegenen Inflationsdrucks, der Signale einer strafferen Notenbankpolitik sowie einer potenziellen Wachstumsverlangsamung der Wirtschaft. Der Krieg in der Ukraine wird diese Einflussfaktoren verstärken, weil er zum Beispiel über steigende Energiekosten die Inflation anheizt. Zudem erhöht er die Unsicherheit im Markt, was riskanteren Vermögenswerten wie Aktien nicht gut tut.

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