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Varia US Properties wird vorsichtig

Die Immobiliengesellschaft blickt auf ein erfolgreiches 2019 zurück. Sie wagt jedoch keine Prognose für das laufende Jahr.

(AWP/GA) Varia (VARN 38.8 0%) US Properties hat 2019 den Wachstumskurs fortgesetzt und Gesamtertrag sowie Gewinn markant gesteigert. Wegen der nicht abschätzbaren Effekte der Coronapandemie macht sie keinen konkreten Ausblick auf das laufende Jahr.

Die Immobiliengesellschaft, die ausschliesslich in Mehrfamilienhäusern für mittlere bis untere Einkommen in mittelgrossen Agglomerationen in den USA investiert ist, steigerte den Gesamtertrag um 38,4% auf 139,5 Mio. $.

Gestiegen sind aber auch die Gesamtbetriebskosten von 50,2 auf 59,4 Mio. $. Dies aufgrund höherer Betriebsausgaben sowie Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten, wie die an der Schweizer Börse SIX kotierte Gesellschaft am Donnerstag mitteile.

Hohe Vermietungsquote

VR-Präsident Manuel Leuthold äusserte sich an einer Telefonkonferenz «sehr zufrieden» mit der Geschäftsentwicklung von Varia. Das operative Nettoergebnis verbesserte sich um 58,1% auf 80 Mio. $. Nach Abzug der Finanzierungskosten und der Rückstellungen für Ertragssteuern verblieb ein um 71,9% auf 42,8 Mio. $ gestiegener Gewinn.

Das Portfolio generierte 2019 einen effektiven Bruttoertrag von 99,4 Mio. $, nach 86 Mio. $. Der Anstieg ist den Angaben zufolge vor allem auf die grösser Zahl Wohneinheiten und die im Vergleich zum Vorjahr höheren Mieten zurückzuführen. Per Ende Dezember besass Varia US Properties 53 Liegenschaften mit 10’896 Wohneinheiten. Die Vermietungsquote belief sich auf 93,8% (VJ 93,7%). Der Immobilienwert stieg auf 915,1 Mio. $. Ende 2018 hatte der Wert erst 767,5 Mio. $ betragen.

Patrick Richard, Delegierter des Verwaltungsrats, bezeichnete die drei Akquisitionen in Kansas City, Missouri, und Memphis, Tennessee, als einen Höhepunkt des abgelaufenen Jahres. Varia investierte in die gut 1200 Wohnungen rund 97 Mio. $. Die jährliche Sollmiete wird auf 13,3 Mio. $ beziffert. Zur Finanzierung hatte Varia US Properties erstmals eine Anleihe begeben, die im Markt gemäss Richard gut aufgenommen wurde.

Sichern der Mieteinnahmen im Fokus

Das laufende Jahr werde von der Coronakrise gekennzeichnet sein, führte Richard weiter aus. Zu diesem Zeitpunkt sei es nicht möglich, die Auswirkungen zu quantifizieren. Er rechnet jedoch mit einem eher kurzen Intermezzo. Das Geschäftsmodell und das Potenzial von Varia US Properties stimmten ihn zuversichtlich für die Zeit danach. Das Unternehmen überwache Einnahmen- und Ausgabenseite sowie die Bewertung seines Portfolios in diesem speziellen Umfeld genau, um auf Kurs zu bleiben.

Bereits feststellbar sei, so Richard, dass die Fluktuation der Mieter zurückgehe. In den kommenden Wochen und Monaten liege der Fokus auf der Sicherstellung der Mieteinnahmen und der Reduzierung nicht wesentlicher Kosten. Richard versicherte, dass genügend Cash vorhanden sei, um verzögerte oder ausfallende Mietzahlungen abzufedern.

Welchen Einfluss die Pandemie auf die Bewertung des Portfolios haben könnte, musste Richard offenlassen. «Sobald sich die Bedingungen normalisieren, wird Varia ihre Ziele und Vorgaben wieder erreichen», sagte er.

Der Verwaltungsrat hat beschlossen, die Generalversammlung auf den 26. Juni zu verschieben. Damit will er Zeit gewinnen, um die Erwartungen für 2020 zu formulieren. Ursprünglich war sie auf den 24. April angesetzt. Die bereits beschlossene Quartalsdividende von 50 Rp. wird wie geplant am 12. Mai ausgezahlt. Investoren müssen sich bewusst sein, dass der US-Immobilienmarkt volatiler ist als in der Schweiz, und zusätzlich haben sie das Währungsrisiko zu tragen.

 

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