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Varia US Properties verdient weniger

Trotz höherem Mietertrag gehen der Gesamtertrag und der Gewinn der Immobiliengesellschaft zurück.

(AWP/GA ) Die Immobiliengesellschaft Varia (VARN 38.30 -1.03%) US Properties hat im ersten Halbjahr wegen der Coronakrise einen Rückgang im Gesamtertrag und im Gewinn verzeichnet. Die Mieterträge sind hingegen gestiegen.

Das zweite Quartal war geprägt von der Pandemie sowie den Bemühungen zur bestmöglichen Betreuung der Mieter und der Sicherstellung höchstmöglicher Mieteinkünfte und Kosteneinsparungen, teilte Varia US Properties am Donnerstag mit. Seit März zog die auf amerikanischen Wohnimmobilien fokussierte Gesellschaft jeden Monat mehr als 95% der Mieteinnahmen ein, wie Patrick Richard, VR-Delegierter, zu «Finanz und Wirtschaft» sagte. Auf vergleichbarer Basis stieg der Mietertrag deshalb in den ersten sechs Monaten 3,5%. Die Mieteinnahmen insgesamt nahmen 15% auf 48,8 Mio. $ zu.

Aus der Neubewertung des Portfolios durch den unabhängigen Schätzer Colliard resultierte ein Verlust von 2,2 Mio. $ nach 19 Mio. $ Erfolg im Vorjahr. Richard blieb dennoch gelassen. Es sei dies eine Momentaufnahme, bei der Ausbauinvestitionen noch nicht bilanzwirksam waren bzw. zu höheren Mieten geführt hatten.

Das Portfolio umfasste Ende Juni 53 Objekte mit insgesamt 10’896 Wohneinheiten in 19 US-Bundesstaaten. Dieses wurde mit einem Immobilienwert von 919 Mio. $ bewertet (Ende 2019: 915,1 Mio.). Die Vermietungsquote lag bei 95% (93,3% Ende 2019).  Die Durchschnittsmiete pro Wohneinheit betrug 818 (810) $ pro Monat.

Gewinnrückgang

Dem höheren Mietertrag standen höhere Betriebskosten gegenüber. Die operative Marge wurde aber leicht verbessert, wie Richard hervorhob.  Der Betriebsgewinn ohne Neubewertung lag bei 23,1 Mio. $ (VJ 19,4 Mio.). Der Betriebsgewinn inklusive Neubewertungen fiel 45,5% auf 20,9 Mio. $.

Der Gewinn für den Berichtszeitraum betrug 6,8 Mio. $, was einem Rückgang um knapp 70% entspricht. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0.76 $ nach 2.47 $ im Vorjahr deutlich tiefer.

Seitwärtstendenz

Zum erwarteten finanziellen Ergebnis im Gesamtjahr machte die Gesellschaft keine Angaben. Nach inzwischen fast acht Monaten schätzt Patrick Richard, dass sich das Unternehmen bis Ende Jahr in ähnlichem Tempo entwickeln wird. Auch die Investitionen sollen mit 6 bis 8 Mio. $ in der zweiten Jahreshälfte vergleichbar hoch ausfallen.

Langfristig sieht er Varia US Properties gut positioniert. Wachstum aus eigener Kraft sei ebenso denkbar wie Zukäufe für das Portfolio. Akquisitionsmöglichkeiten seien vorhanden und Angebote würden als Folge der Krise eher zunehmen. Nicht alle Eigentümer seien  so solvent, um die schwierige Zeit durchzustehen.

Die letzte Generalversammlung habe der Schaffung von genehmigtem Kapital zugestimmt, ergänzte VR-Präsident Manuel Leuthold. Varia verfüge über ausreichend finanziellen Spielraum. Eine Kapitalerhöhung ist gemäss Richard derzeit kein Thema, jedoch eine Option bei einer passenden Transaktion.

Die Aktien von Varia US Properties verharrten am Dienstag auf negativem Terrain, auch wenn sie am Nachmittag den Verlust einzugrenzen vermochten. Für Schweizer Anleger bieten sie eine überdurchschnittliche Dividendenrendite. Aktionäre erhalten vierteljährlich eine Dividende, was das Unternehmen so fortführen will. Allerdings müssen sie auch fähig sein, die höheren Risiken des US-Immobilienmarkts zu tragen.

 

Die komplette Historie zu Varia finden Sie hier.»