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Varlin in DavosAusstellung in Galerie Wazzau

Christian von Faber-Castell

Wer sehen möchte, was hierzulande zur Zeit eines Ernst Ludwig Kirchner oder eines Picasso an Meisterwerken geschaffen wurde, dem bietet sich in Davos Gelegenheit, einen der grossen Schweizer Künstler des 20. Jh. kennenzulernen. Die Rede ist von Willy Guggenheim, besser, aber immer noch viel zu wenig bekannt unter seinem Künstlernamen Varlin, den er sich zulegte, nachdem ihm sein polnisch-jüdischer Kunsthändler und Gönner Leopold Zborowski erklärt hatte, dass er mit dem Namen «amerikanischer Kunstmagnaten und Pariser Rennstallbesitzer keinen Erfolg haben» werde.

Dem 1900 in Zürich geborenen und 1977 im Misoxer Bondo verstorbenen Maler widmet die Davoser Galerie Iris Wazzau bis 2. April eine Sonderausstellung mit rund zwanzig Werken. Die unverdiente Unbekanntheit Varlins, der einst behauptete, auf einer Venedig-Reise habe ihn das viele Wasser zum Alkoholiker gemacht, gereicht Sammlern zum Preisvorteil. So kann man in dieser Ausstellung beste, inzwischen längst museums- und marktbewährte Schweizer Moderne zu Preisen kaufen, zu denen man kaum eine anständige Grafik von Picasso bekommt. Und wer schon in Davos ist, sollte auch die Winterausstellung «Schneeberge, Wolkenschönheit, Wettertannen – Emil Nolde in der Schweiz» ansehen, die das Kirchner-Museum bis 3. April dem deutschen Expressionisten und Kirchner-Zeitgenossen Emil Nolde widmet. Galerie Iris Wazzau, Davos, Tel. 081 413 31 06, www.wazzau.com, Kirchner-Museum Davos, Tel. 081 410 63 00, www.kirchnermuseum.chCFC Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?