Der erste Generalsekretär der Nato, der britische General Ismay, brachte den Bündniszweck in den Fünfzigerjahren auf die Formel «to keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down». Das Hauptanliegen dürfte heute das zweite sein – die Amerikaner unter ihrem irrlichternden Präsidenten Trump davon abhalten, den Nordatlantikpakt zu verlassen und ihn damit zu liquidieren. Der geplante Abzug grösserer US-Truppenkontingente aus Deutschland wirkt alarmierend. Geostrategisch tun die USA sich selbst und Europa erst recht keinen Gefallen. Es steht nicht verlässlich fest, inwieweit oder ob überhaupt Russland in diesem Fall draussen bliebe. Wahr ist freilich auch, dass sich das Weisse Haus nicht erst seit Trump über die Saumseligkeit der europäischen Allianzpartner ärgert. Der dritte Punkt nämlich ist längst hinfällig: Deutschland, nach Amerika die stärkste Wirtschaftsmacht in der Nato, rüstet nicht etwa in beängstigendem Übermass auf, sondern, im Gegenteil, vernachlässigt seine Streitkräfte. Die Bundeswehr sei kaum noch einsatz­fähig, heisst es. Die Nato hat ihr glänzendes neues Hauptquartier in Brüssel erst vor zwei Jahren bezogen. Vielleicht hinterlässt Trump hier eine Investitionsruine.(Bild: Thierry Charlier/Keystone)