Reif für die Insel sind Jahr für Jahr so viele – und jetten auf die Malediven, die Bahamas, die Seychellen, nach Jamaika oder auch «nur» auf ein dalmatinisches oder ein ägäisches Eiland. Wenigstens war das bis 2019 so, und die Gastgeberstaaten lebten gut davon. Manche lebten fast nur davon, wie die Spitzenreiter in dieser Auswahl. Lebten, denn von leben im Präsens kann einstweilen nicht mehr die Rede sein. Auf den Malediven etwa, einem Archipel im Indischen Ozean, bleiben wegen der Folgen von Corona dieses Jahr die Urlauber aus: Rien ne va plus in der Volkswirtschaft der Malediven. Die Sommersaison 2020 ist auch in Mittelmeerdestinationen wie Kroatien und Griechenland eine Katastrophe; in diesen Ländern entfällt ein Viertel bzw. ein Fünftel der Wirtschaftsleistung auf den Tourismus – ein Klumpenrisiko wie aus dem Lehrbuch. Auch in Portugal, Malta, Spanien oder Italien sind es deutlich über 10% des Bruttoinlandprodukts, wie der Branchenverband World Travel & Tourism Council für 2019 erhoben hat. Die schweizerische Volkswirtschaft ist zum guten Glück erheblich differenzierter; es mag zwar da und dort noch ein Klischee sein, die Schweiz lebe vor allem von Touristen (sowie von steuerlich Erholung Suchenden), doch die Zahlen zeigen anderes: Der hiesige Tourismussektor ist gewiss altehrwürdig und bedeutend, doch mit 7,6% Anteil im internationalen Vergleich eher unterdurchschnittlich.