San Lorenzo SX72: der schwimmende Loft

Mit Stil navigieren – so das Grundkonzept der SanlorenzoWerft, die ihren 60. Geburtstag mit einem Bildband zelebriert, der auf ein halbes Jahrhundert schickes Bordleben Rückschau hält. Der kompromisslose Lifestyle Approach setzt bei der Innenausstattung auf Spitzenklasse, wodurch sich der italienische Schiffsbauer von Konkurrenten unterscheidet.

Der weltweit drittgrösste Hersteller von Superyachten hat den berühmten Designer und Architekten Piero Lissoni zum Creative Director ernannt. Der Fan des Segelsports hat die neue SX72 gestaltet, die im September am Cannes Yachting Festival vorgestellt wird. Die Werft ist berühmt für schnörkelloses, raffiniertes Design und konzipiert die Räume wie moderne Wohnbereiche zu Land.

Das enge Zusammenspiel von Design und Nautik wird zweifellos auch die Ästheten unter den Kunstkennern begeistern. Luxuriöse Materialien und sanfte Töne prägen die fünf von Tageslicht durchfluteten Kabinen. Sanlorenzo ist der erste Yachtanbieter, der das Designkonzept des Interieurs so weit vorantreibt, ganz im Sinn des französischen Philosophen Roland Barthes: «Das Boot ist vor allem Wohnraum und erst in zweiter Linie Transportmittel.»

Salon und Küche der SX72 erstrecken sich im vollkommen offenen Raum von Bug bis Heck, die grossflächige Verglasung sorgt für Kontinuität von Innen und Aussen. Ein schwimmender Loft, der sich ganz mit der Natur und dem Meer vereint.


Enata Marine Foiler: das fliegende Boot

Das Resultat einer langjährigen Entwicklungsarbeit mit dem Lausanner Start-up Hydros Innovation könnte aus einem Science-Fiction-Film stammen. Die in Dubai ansässige Werft Enata hat ihr ganzes Know-how in den Hochleistungboliden Foiler (Tragflügel) investiert.

Die vier am Rumpf angebrachten Tragflügel heben das Boot, wodurch sich der Widerstand des Wassers reduziert. Und entsprechend der Energieverbrauch: Dank dieser Technik, so die Werft, lassen sich 20% Treibstoff einsparen. Mit den versenkbaren Karbon-Flügeln kann der Foiler ab 18 Knoten Geschwindigkeit bis zu zwei Meter über der Wasserfläche fliegen.

Das Design erinnert an ein kraftvolles Luxusauto, der Hybridantrieb besteht aus je zwei BMW-Motoren, Generatoren und elektrischen Propellern. Das Aufsehen war entsprechend gross, als Enata Marine an der jüngsten Dubai Boat Show die 1 Mio. € teure Yacht als Vorpremiere präsentierte.


Riva 56’ Rivale: neu interpretierter Mythos

Schon der Name Riva lässt einen träumen, von Dolce Vita und Meer, von zeitloser Eleganz, von Sorglosigkeit und Lebensfreude. Seit 175 Jahren Legende, Mythos und Erbe einer langen Schiffsbautradition, hat Riva die schönsten Boote der Weltmeere gebaut. Um die Objekte aus zwölf Mal lackiertem Mahagoni, aus Chrom und Leder reissen sich die Reichsten dieser Welt und die gekrönten Häupter.

Unvergesslich die Filmstars der Sechzigerjahre, die zusammen mit Booten von Riva in zahllosen Streifen einen glanzvollen Auftritt hatten und Thema eines demnächst erscheinenden Buches sein werden. Die 1842 gegründete historische Werft von Riva am Lago d‘Iseo in Norditalien lohnt den Besuch.

Holz ist und bleibt das typische Merkmal von Riva, selbst wenn der Konstrukteur seit den Achtzigerjahren keine Boote mehr baut, die ausschliesslich aus diesem Material gefertigt sind. Aber auch für die aktuelle Produktion werden kostbare Hölzer verwendet, die 56‘ Rivale besteht innen aus Mahagoni, aussen aus Teak-Holz.

Mit ihrer eleganten, dynamischen und sportlichen Linienführung sind die Riva-Boote auf den ersten Blick erkennbar. Als Hommage an den glamourösen Stil lancierte die Fiat-Chrysler-Gruppe die Spezialserie Abarth 695 Rivale, deren Interieur von Abarth und Riva gemeinsam gestaltet wurde.

Seit 2000 setzt Riva vor allem auf moderne und grössere Prestigeyachten und behält nur einige der legendären Modelle wie die Aquariva im Programm. Für Puristen ein harter Schlag.