Unternehmen / Schweiz

Verschuldung von Schweizer Unternehmen bleibt tief

Credit Suisse sieht die im neuesten Kredithandbuch untersuchten Emittenten von Krediten in robuster Verfassung.

(AWP) Schweizer Unternehmer widerstehen trotz günstigem Geld der Versuchung, sich höher zu verschulden. Viele nutzen zwar angesichts der immer noch historisch tiefen Zinsen günstigere Refinanzierungsmöglichkeiten oder längere Laufzeiten, vermeiden aber trotz dem günstigen Zinsumfeld höhere Schuldenberge.

Zu diesem Schluss kommt das am Dienstag veröffentlichte Kredithandbuch Schweiz der Credit Suisse (CSGN 11.785 -4.34%). Die darin untersuchten Emittenten von Krediten seinen insgesamt in robuster Verfassung, so das Fazit. Denn ein Anstieg bei der Verschuldung von Schweizer Firmen sei kaum festzustellen. Vor allem die Verschuldungspraxis von KMU sei weiterhin konservativ geprägt.

Das Kredithandbuch Schweiz untersucht die Kreditwürdigkeit der grössten Schweizer Anleihen-Emittenten und der wichtigsten Akteure am Schweizer-Franken-Kapitalmarkt.

Globaler Schuldenberg wächst weiter

Mit Blick auf die weltweite Verschuldung zeige sich aber ein anderes Bild. Die globale Schuldenquote habe weiter zugenommen, was unter anderem der anhaltenden Niedrigzinsphase zuzuschreiben sei. Viele Unternehmen häufen aber auch noch höhere Schulden an, um auf Druck der Aktionäre mit Fremdkapital grosszügige Dividenden auszuschütten oder Fusionen und Übernahmen zu stemmen, so die CS-Experten weiter.

Konkret stiegen die Unternehmensanleihen laut der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) im letzen Jahr 9% auf knapp 20 Bio. $. Dabei gelten über ein Drittel der Firmen als hochverschuldet, ein Plus von 5 Prozentpunkten gegenüber 2007.

Dies allein sei zwar noch nicht beunruhigend, da sich zeitgleich auch die Rentabilität im Allgemeinen verbessere sowie die Schuldendienstfähigkeit bestehen bleibe. Eine Erhöhung der Zinsen berge aber «erhebliche Risiken».

KMU widerstehen billigem Fremdkapitals

Auch hierzulande besteht laut Credit Suisse die Gefahr eines Kollapses im Zuge eines rasanten Zinsanstieges. Denn die Bruttoverschuldung der untersuchten Firmen stieg seit 2013 um 15,7% auf 171 Mrd. Fr. an. Die Nettoverschuldung sogar um gut ein Fünftel auf 115 Mrd.

Hier gelte es aber zu beachten, dass der Grossteil der zusätzlichen Kapitalaufnahme auf die fünf grössten Unternehmen zurückzuführen sei, so die Analysten der Credit Suisse. Namentlich handelt es sich dabei um ABB (ABBN 19.68 -0.98%), LafargeHolcim (LHN 45.19 -1.18%), Nestlé (NESN 83.86 0.67%), Novartis (NOVN 87.96 0.78%) und Roche (ROG 247.45 0.39%).

Besonders solide Kapitalstrukturen weise zudem das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft in Form der KMU auf. «Mit der Wahrung grundsolider Kapitalstrukturen machen die Schweizer KMU ihrem Ruf erneut alle Ehre», so der Befund. Somit müssten sich Käufer von Anleihen in der Schweiz weniger Sorgen machen als in anderen Industrieländern.

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